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Buch: Rückenschmerzen ganzheitlich behandeln

26. Januar 2009 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bücher, Krankengymnastik, Physiotherapie, Produkte, Training

Vorab eine persönliche Anmerkung:
Warum sind in diesem Buch bis auf den Autor und den „Mann ohne Kopf“ eigentlich nur Frauen abgebildet ?
Ist die Zielgruppe ausschließlich weiblich oder traut der Autor Männern nicht zu, sich den kausalen Zusammenhang „Psyche (Emotionen) und Rückenschmerzen“ einzugestehen. Ich bin mir dieses Zusammenhangs durchaus bewußt und viele andere Männer mit Sicherheit ebenso.

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Trotzdem freue ich mich über das in schönen Pastelltönen gehaltene Werk, in dem nette junge Damen mich aus unterschiedlichsten Positionen anlächeln !

Leitgedanke diese Buches ist der ganzheitliche Ansatz bei der Auseinandersetzung mit dem Rückenschmerz.
Der Autor reduziert den Rückenschmerz nicht in klassischer Weise auf „biomechanische Ursache im Bereich LWS, HWS etc. und entsprechende Schmerzreaktion“, sondern veranschaulicht die vielfältigen Mechanismen, die zu einer Schmerzsituation führen können. In diesem Zusammenhang wird unter anderem das bio-psycho-soziale Modell zur Entstehung von Rückenschmerzen vorgestellt.
Neben anatomischen Abbildungen werden anfangs gute Erklärungen zu der Funktion von Bandapparat und Muskulatur gegeben. Hier allerdings nicht rein wissenschaftlich, sondern im Stile von „was passiert eigentlich an meiner Wirbelsäule, wenn ich den ganzen Tag sitze und warum ist Bewegung wichtig (gut erklärt !)“.
Um einen positiven Hintergrund für die ganzheitliche Betrachtung des Rückenschmerzes aufzubauen, erfolgt eine begriffliche Klärung des Wortes „psychisch“ im Zusammenhang mit der Schmerzsymptomatik. Psychisch heißt nicht „verrückt“ – vielmehr wird hier die seelisch-emotionale Komponente des Schmerzes angesprochen (danke !) und der Rücken als Antenne und Spiegelbild der Befindlichkeit dargestellt.
Der Autor klassifiziert bestimmte Warnzeichen für Rückenschmerzen, erläutert Untersuchungsmethoden, Behandlungen und zählt Medikamente für die Selbstbehandlung auf (nichts außergewöhnliches: Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen & Co.). Sehr interessant sind aber die homöopathischen Empfehlungen zur Behandlung. Es gibt Tests bzgl. der Neigung zu chronischen Rückenschmerzen und der Bedeutung des Faktors
„Angst“. Zur Behandlung von Rückenschmerzen wird außerdem ein multimodales Therapiekonzept vorgestellt, das in drei Steps zur Schmerzfreiheit führen soll. Step 3 in diesem Konzept ist gleichzeitig auch der Praxisteil des Buches, der aus Muskeltests, Energieübungen für die Meridiane und heileurythmischen Übungen besteht.

Die ersten 40 Seiten des Buches mit Erlärungsmodellen zur Entstehung des Rückenschmerzes und die verständliche Darstellung des bio-psycho-sozialen Modells haben mir sehr gut gefallen. Das multimodale Therapiekonzept ist mir zu oberflächlich.

Stelle ich mir vor, daß ich mir in einer intensiven Schmerzsituation dieses Buch zur Hand nehme, und lese, ich solle positiv denken, lachen und glücklich sein und dann meine Beschwerden mit homöopathischen Mitteln und Salben selbst behandeln, dann kann ich nur sagen: „Ich möchte an dieser Stelle Zweifel bezüglich der Wirksamkeit anmelden“.

Also eher nichts für die Anfangsphase einer von unvorstellbaren Schmerzen begleiteten „Bandscheibengeschichte“.

Als ganzheitliches therapeutisches Konzept bei Verspannungsschmerzen und milderen Symptomen kann das Buch aber ohne weiteres gute Ansätze vermitteln.

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