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Wie der Walker bei Rückenschmerzen helfen könnte

12. September 2009 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Rückenschmerzen, Sportliches

Die iPhone-Besitzer unter haben vielleicht schon Bekanntschaft mit dem Walker gemacht. An 15 bewegten Markern bzw. Punkten kann jeder (auch ohne sportwissenschaftlich oder therapeutisch geschultes Auge) das Geschlecht, Gewicht und die Stimmungslage der dargestellten “Person” ablesen. Über verschiedener Regler auf der verlinkten Seite könnt ihr das Experiment selbst durchführen.
Stellt ihr alle Regler auf die mittlere Position, bekommt ihr eine nicht übergewichtige, stimmungslose, geschlechtsneutrale “Person” zu sehen. Ok, klingt ziemlich langweilig, ist aber ein neutraler motorischer Fingerprint.

Hypothese:
Würde eine Person mit Rückenschmerzen (vielleicht nicht im Akutstadium, sondern eher chronifiziert) in dieser Form digitalisiert werden, wäre auch dies an den Markern ablesbar. Vielleicht nicht als eindeutig zuordenbares Beschwerdebild, aber als identifizierbare/ablesbare Störung in der “Bewegungssymmetrie” und -rhythmik. Setzte man nun ein Verfahren wie den Physio 2.0 zur Korrektur des Bewegungsverhaltens ein, d.h. computergestützte Normalisierung der individuellen Bewegung auf einen der Person entsprechenden, “motorischen Mittelwert” mit anschließendem Gehtraining zur Bewegungskorrektur, würden allein diese Maßnahme schon dazu beitragen, die Patienten aus dem Schmerz herauszubewegen.

Zur Erklärung:
In den vielen Jahren mit (meinen eigenen) Rückenschmerzen, habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, daß eine relativ langsame, lang andauernde, zyklische Bewegung wie das Gehen gut geeignet ist, sich selbst relativ schnell aus dem Schmerzkreislauf herauszubewegen, indem spürbare “Barrieren” bei der Bewegung korrigiert werden. Wenn man sich beim Gehen (flaches Gelände, ohne störende äußere Einflüsse und ohne Geplapper in der Gruppe) bewußt auf sein Gangbild konzentriert, merkt man sehr schnell, daß an bestimmten Punkten etwas nicht stimmt, die Bewegung unrhythmisch, irgendwie unsymmetrisch abläuft. Wenn es nun gelingt, diese Störungen oder Barrieren in Richtung runde Bewegung selbst zu korrigieren, stellt sich häufig recht schnell eine deutliche Beschwerdereduktion ein. Dies setzt allerdings die Fähigkeit zur Wahrnehmung eines gestörten Bewegungsverhaltens bzw. ein zentral abgelegtes, nicht gestörtes Bild der normalen Bewegung voraus. Wenn jedoch eine vollkommen unharmonische Bewegung als normales Bild abgelegt wurde, wird’s ziemlich schwer.
Dann wäre z.B. der Einsatz eines Walkers zur Korrektur durchaus denkbar. Fragt sich nur, in welcher Form der Gehende die idealtypische, harmonische Bewegungsschablone in Abweichung zu seinem aktuellen Bewegungsverhalten präsentiert bekommen könnte. Auf dem Laufband als projizierte Bilder, in einer Brille für den ortsungebundenen Einsatz (dann allerdings wahrscheinlich auch als Blindfisch in Wald und Feld)

[...] noch nicht zu Ende gedacht ;)

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