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Was mich zum Bloggen motiviert

31. Oktober 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Blogging, Sportliches

Bloggen macht Spaß, keine Frage. Aber jeder, der “sein Baby” eine gewisse Zeit mit Inhalten gefüttert hat, kennt wahrscheinlich auch den spontan einsetzenden Anflug einer Müdigkeit im Hinblick auf die Bereitschaft, Tag für Tag Beiträge/Artikel zu einem bzw. vielen unterschiedlichen Themen niederzuschreiben.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig – ich möchte nicht darüber spekulieren. Außerdem können sie in vielen Blogs bei Bedarf nachgelesen werden.
Worüber ich sprechen möchte, sind die Dinge, die mich dazu motivieren, permanent bei der Blog-Stange zu bleiben, nicht nachzulassen und mit unverminderter Intensität weiterzubloggen.

Früher war ich Sportler. Früher ! Ich formuliere es bewußt in dieser Form, denn heute bin ich per definitionem kein Sportler mehr. Die Bandscheiben haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Anfangs war das ein echter Schock. Von 100 auf fast 0 in nur einem Tag – einfach so. Dabei bin ich keiner von denen, die meinen Sportler zu sein, weil sie halbwegs sportlich sind. Ich begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Training, und bis zu meinem 32. Lebensjahr gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht sportlich aktiv war. Leider oder zum Glück hatte ich mir Sportarten ausgesucht, mit denen ich kein Geld verdienen konnte, weshalb ich nicht zum Halbprofi/Profi mutierte. Aber der Sport war jeden Tag präsent – 27 Jahre lang. Ich machte ihn sogar zu meinem Beruf, als ich mich entschloß, Sport zu studieren.

Irgendwann im Sommer vor 6 Jahren war wie gesagt Schluß damit. Motorische Amputation in Form eines Bandscheibenvorfalls. Motivationale Lähmung in jeder Form. Wer das nicht selbst erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen. Stellt Euch einfach vor, einem Pianisten werden die Finger versteift, dann könnt ihr ungefähr erahnen, wovon ich rede.

Was verloren geht, ist die motorische Leistungsfähigkeit. Was jedoch bleibt, ist die Leistungsbereitschaft und der Wille, immer wieder eins ‘draufzusetzen.
Egal, was ich tue, ich konnte und kann es niemals mit halber Kraft machen. Es gibt bei mir in dieser Hinsicht kein Grau, sondern nur Schwarz oder Weiß.
Versuch mißglückt ? Neu versuchen ! Versuch 10x mißglückt ? 20x neu versuchen !

Im den ersten Monaten des Bloggens stellte es für mich lediglich einen Zeitvertreib dar. Informationen bereitstellen, Fakten sammeln, selbst informieren, gelegentliche Kommunikation etc.
Dann entdeckte ich irgendwann die Möglichkeit, durch Drehen an verschiedenen Schrauben im Blog die “Leistungsfähigkeit” des Blogs zu erhöhen. Leistungsfähigkeit meint die Möglichkeiten, durch Umstellungen an verschiedenen Stellen oder interessante Artikel ein höheres Output zu erzielen. Wie im einzelnen die Objektivierung eines höheren Outputs festgesetzt wird, ist eine Frage der Definition des jeweiligen Bloggers. Für mich ist ein höheres Output, gute Artikel zu schreiben, mehr Besucher auf meinem Blog begrüßen zu dürfen, mehr Rückmeldungen zu den Artikeln zu erhalten (an dieser Stelle hinke ich dem Soll etwas hinterher) und die Keywords meiner Artikel besser in den Suchmaschinen zu positionieren. Wer meint, der Informationsgehalt eines themenbezogenen Blogs müsse an erster Stelle genannt werden, liegt durchaus richtig. Aber dieser “Verpflichtung” bin ich bisher in ausreichendem Umfang nachgekommen und jeder der in den Seiten blättert, wird dies bestätigen können.

Wo aber liegen die Parallelen zum Sport ? Was hat Bloggen mit sportlicher Aktivität gemeinsam ?

Am Anfang steht der Vorsatz, “was zu machen”. Mehr oder weniger motivationsgeladen beginnt man, ein Blog mit Inhalten zu füllen.
Irgendwann stellt man fest, daß es Spaß macht, und sich kleine Erfolge einstellen. Die Grundlagen der zukünftigen Leistung werden gelegt. Jeder Beitrag ist eine Trainingseinheit, jeder Kommentar ein unmittelbares Feedback, jeder gute Artikel auf anderen Blogs ein Kapitel Trainingslehre, durch das die eigenen Kenntnisse erweitert werden. Tag für Tag, Monat für Monat lernt man etwas hinzu und entwickelt die blog-motorischen Grundeigenschaften. Zwar finden keine offiziell ausgeschriebenen Wettkämpfe statt, in denen zwischenzeitlich objektiv die Leistung gemessen werden könnte, aber mal ehrlich – diese kleinen Wettkämpf laufen unterschwellig doch überall und immer in irgendeiner Form ab. Ich darf hier nur an Bereitstellungen von Besucherstatistiken, Blogcharts, Blogverzeichnisse, Pushen von von Keywords uvm. erinnern. Diese Wettkämpfe sind aber aus meiner Sicht nicht von primärer Bedeutung. Wirklich wichtig ist die individuelle Erkenntnis, daß ich durch gewisse Anstrengungen meßbare Verbesserungen erzielen kann. Egal, ob das mehr Kommentare, Besucher, Links etc sind. Bei einigen reicht auch schon die persönliche Befriedigung aus, wieder einen schönen Artikel geschrieben haben – es ist immer eine Frage der individuellen Zielsetzung.

Und genau diese Erkenntnis (Anstrengung = > Verbesserung) kann nur zur Folge haben, daß weitere Anstrengungen unternommen werden, um weitere Verbesserungen zu erzielen, zumindest in meinem Fall. Jede Trainingseinheit macht mich ein Stück schneller, jedes Kilo auf der Hantelstange ein Stück stärker.
Dies kann keine allgemeingültige Zielvorgabe sein, denn es ist von den Eingangsvoraussetzungen abhängig in welcher Form ein Blog betrieben wird. Manche bloggen auch einfach nur sinnlos vor sich hin, wollen entspannen, ihre Firma oder sich selbst präsentieren oder was auch immer – jeder nach seinem Geschmack.

Mich aber treibt der sportliche Gedanke an:
Wie kann ich durch Einsatz fairer Mittel und durch kontrollierte Anstrengungen jeden Monat einen höheren Output/eine Leistungssteigerung erzielen. Wie nutze ich die Ergebnisse der Leistungsdiagnostik, um eine Verbesserung zu erzielen ? Sollte ich mein Training umstellen, um meine Leistung zu optimieren ? Wo ist die Grenze ? Gibt es eine Grenze ? Wann erreiche ich sie ?

Bloggen ist Sport, liebe Leser – zumindest kann es in sportlicher Form betrieben werden. Und ich bin froh, wieder “Sport treiben zu können” ;-) Neues Spielfeld, neues Glück ? Von Glück will ich nicht unbedingt sprechen, da denke ich an andere Dinge. Aber eins steht fest:

Der Kick bei Erreichen der selbst gesteckten Teilziele ist ähnlich, wie ein erfolgreich absolvierter Wettkampf oder eine neue Bestleistung beim Bankdrücken ;-)

Und weil ich weiß, daß die Bemerkung kommen wird:
Die Bemühungen brennen mich nicht aus, keine Sorge. Es gibt gewisse Höhen und Tiefen – aber gerade die Tiefen machen doch den Reiz aus, oder ?

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3 Kommentare zu “Was mich zum Bloggen motiviert”

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    1. [...] mir definitiv nicht den Luxus leisten, auf Google-Besucher zu verzichten (ganz abgesehen von der sportlichen Komponente, die das “Verfahren” mit sich [...]

    2. [...] diese Bewältigung zur Verfügung, später kam das Blog hinzu und ich denke, in diesem Beitrag hinlänglich zum Ausdruck gebracht zu haben, inwieweit Bloggen als individuelle [...]



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