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Was kostet eine Massage ?

3. Oktober 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Krankengymnastik, Massage

Oftmals werde ich von Patienten gefragt, wieviel eigentlich eine Massage/Krankengymnastik kostet bzw. welchen Betrag der jeweilige Praxisinhaber von der Krankenkasse für eine Behandlung erhält.
Nachdem ich die Frage beantwortet habe stellt sich häufig heraus, daß viele Personen eine vollkommen überzogene Vorstellung bzgl. der Vergütungen für die einzelnen Therapiemaßnahmen haben.

Zur allgemeinen Orientierung verweise ich auf die Vergütungsliste [PDF] für Krankengymnastische/physiotherapeutische Leistungen, Massagen und medizinischen Bäder des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VdAKListe der zugehörigen Krankenkassen).

Eine Massage wird dementsprechend mit € 9,48 vergütet, für eine krankengymnastische Behandlung (“normale” Krankengymnastik) erhält der Praxisinhaber € 14,10.

Für Versicherte der Primärkassen (z. B. AOK, BKK, IKK etc.) gelten wiederum andere Vergütungslisten.
Eine Massage wird von den Primärkassen mit € 9,47 vergütet, für eine “normale” Krankengymnastik fallen € 13,56an.

Ich erspare mir an dieser Stelle weitere Ausführungen und weinerliche Kommentare, zu diesem Zweck gibt es ausreichend fachspezifische Foren ;) , aber rechnet doch einfach zusammen, was bei einer Zweiertaktung/Dreiertaktung (zwei bzw. drei Behandlungen pro Stunde) von den Krankenkassen vergütet wird (vorausgesetzt, es handelt sich um Verordnungen ohne Zusatz wie z. B. Kältetherapie oder Wärmepackung/Heißluft):

  • Massage in Dreiertaktung:
    3 x 9,48 = 28,44 Euro
  • Krankengymnastik in Dreiertaktung:
    3 x 14,10 = 42,30 Euro (VdAK) / 3 x 13,56 = 40,68 Euro (Primärkassen)
  • Krankengymnastik in Zweiertaktung:
    2 x 14,10 = 28,20 Euro (VdAK) / 2 x 13,56 = 27.12 Euro (Primärkassen)

In manchen Praxen werden auch Mischtaktungen betrieben, also nicht 2 oder 3 Behandlungen pro Stunde, sondern wechselnder 20/25 Minuten ö.ä. Takt.

Aus diesen Preistabellen lassen sich leicht “spannende” Rechenbeispiele ableiten:

  • Wie erhöht/verringert sich mein Umsatz, bei Verordnungen mit/ohne Zusatzleistung Wärme/Kälte ?
  • Wie erhöht/verringert sich mein Umsatz, wenn sich das Verhältnis VdAK/Primärkassen (gemessen an der Gesamtzahl der Patienten) verändert ?
  • Wie verringert/erhöht sich mein Umsatz, bei einer Umstellung der Taktung von z. B. zwei Patienten/Stunde auf 2,x Patienten/Stunde ?
  • etc.

Wie man es auch kalkulieren mag – die gewöhnliche, kleine Physio-Praxis wird aus einem 8-Stunden Tag (nur Therapie) keine besonderen Reichtümer anhäufen können, und € 9,48 pro Massage ist aus meiner Sicht sehr sehr knapp bemessen.

Kommentare:

4 Kommentare zu “Was kostet eine Massage ?”
    • jeannine sagt:

      Hallo, Ich bin der Meinung, das man viel Geld für unsinn ausgibt, das kann ich doch wohl an meine Gesundheit hängen. Lg Jeannine

    • Nora sagt:

      Hi Christoph,

      ich arbeite neben meiner eigenen Praxis noch ca. 20 Stunden in einer
      Physio-Praxis und würde sogar sagen, ohne die zusätzlichen Privatpatienten oder höherwertigen Behandlungen als Massage oder KG
      kann eine Praxis kaum überleben.

      LG Nora

    • @ jeannine
      In letzter Zeit denken glücklicher Weise immer mehr Leute genauso
      @Nora
      Stimmt. Leider läßt aber die Verordnungsqualität in den letzten Jahren immer mehr nach. Es werden immer häufiger “singuläre Maßnahmen” verordnet. Und das macht sich sehr schnell im Umsatz bemerkbar.
      Die Anzahl der Privaten wird idR auch durch die Lage der Praxis beeinflußt. Also nur Praxen in guter Lage ? Treibt wiederum den Mietzins nach oben, besonders bei entsprechender “Großzügigkeit” der Räumlichkeiten, die dann von oftmals vorausgesetzt wird. Schwierige Sache ;-)

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  1. [...] lassen. Die massieren aber auch nicht gerne, denn erstens bringen Massagen abrechnungstechnisch nur lächerliche Einnahmen , zweitens betrachten Physios Massagen gerne als eher “niedere Tätigkeiten” (seid [...]



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