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Warum ein Blog auf Dauer nicht wirklich erfolglos sein kann

9. Oktober 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Blogging

Wo man hinschaut, referieren (teils auch selbsternannte) Blogging-Experten über die Geheimnisse des erfolgreichen Bloggens.

Selbstverständlich kann die in diesen Quellen verwendete Definition von Erfolg nicht als allgemeingültig herangezogen werden, denn jeder Blogger definiert den Erfolg seines Blogs in anderer Form (oder gibt vor, ihn in entsprechender Weise zu definieren).

Da ich nicht in philosophische Betrachtungen abgleiten möchte, nehmen wir also an, für Euch bemäße sich der Erfolg eines Blogs in einer hohen Besucherzahl und vielen Kommentaren (und für einen großen Teil geht es genau darum). Dann könnt Ihr euch getrost die Lektüre von derartigen HowTo’s ersparen.

Warum ? Weil für diese Form des Erfolgs ein einziger Tipp vollkommen ausreicht.
Beharrlichkeit und Ausdauer. Seid beharrlich und ausdauernd und die Wahrscheinlichkeit, daß Ihr erfolglos bloggt, sinkt gegen 0 (Null ).
Was ist mit Beharrlichkeit und Ausdauer gemeint ?

Eine simple Rechnung:
Ihr bloggt drei Jahre lang jeden Tag einen Beitrag. Macht unter Abzug von Urlaub, Krankheit und totaler Lustlosigkeit ca. 900 Beiträge.
Sofern Ihr euch nicht thematisch vollkommen fixiert habt und die Schwerpunkte etwas streut, könnt Ihr also ein paar hundert Ideen aufgegriffen und diese in reiner Textform – mit sagen wir etwa 100 Wörtern im Schnitt – niedergeschrieben haben.
Ihr habt also 90.000 Wörter auf rund 900 Einzelseiten abgelegt, die dank WordPress und des jeweiligen Themes schön mit Überschriften und Bildern garniert unter die Spider gebracht wurden. 900 x habt Ihr auf Google & Co. eingeprügelt und den Suchmaschinen das geliefert, was sie am meisten lieben – Text in strukturierter Form.

Ich beziehe mich in diesem Fall bewußt nur auf die Verbreitung Eurer Artikel über die Suchmaschinen und nicht die Besucher die aufgrund anderer Mechanismen auf Euer Blog stoßen und über manchmal über die Verlinkung einen wirklich guten/interessanten/provokativen Artikels über Nacht für einen hohen Bekanntheitsgrad und entsprechend viele, immer wiederkehrende Besucher sorgen können.

Selbst wenn Ihr also t o t a l e n Brunz (mir ist gerade kein besseres Wort eingefallen) schreibt – es wird Leute geben, die nach genau diesem Brunz suchen und toll finden, was Ihr da absondert. Wenn Eure Beiträge einen hohen Informationsgehalt haben – um so besser, denn dann wird die Zahl der potentiellen Interessenten ungleich höher sein.
Wenn Ihr nicht alle Seiten auf “noindex” setzt, habt Ihr selbst bei Beschimpfung Eurer Kommentatoren (weil auch darauf eine bestimmte Zielgruppe abfahren wird) kaum eine Chance, daß nicht wenigstens einige hundert Leute auf Eurem Blog landen. Und wenn nicht alles komplett unterirdisch in Design und Struktur aufgebaut ist, werden es nach ein paar Jahren nicht nur einige Hundert/Tag sein, sondern ihr habt gute Chancen, daß sich die Zahl irgendwo im vierstelligen Bereich bewegt.

Egal, wie Ihr es anstellt – die Leute werden kommen. Sie werden lesen, was Ihr schreibt und sie werden kommentieren. Und selbst wenn sie nicht kommentieren, weil Euer Geschreibsel tatsächlich niemanden interessiert und ihr Euch nur selbst verlinkt – die (lesenden) Besucher werden kommen. Jeden Tag werden die Leute lesen, was Ihr schreibt - die Suchmaschinen sorgen dafür.
Das ist dann vielleicht nicht das, was Ihr Euch vorgestellt habt, aber ein Resultat Eurer Bemühungen hat sich eingestellt. Vielleicht ist es in diesem Fall an der Zeit, umzudenken und Erfolg in anderer Form zu definieren. Vielleicht ist es dann auch irgendwann an der Zeit, das Blog zu schließen, weil Ihr Erfolg nicht anders definieren möchtet.
Aber mit jedem veröffentlichten Artikel steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sich irgenwann der persönliche Erfolg in Eurer Definition einstellt. Jeder Artikel ist eine Form von Investition in das Ziel, das Ihr mit Eurem Blog verfolgt. Und irgend ein Ziel/irgend eine Vorstellung hat mit Sicherheit jeder, der bloggt, im komplett sinnfreien Raum bewegt sich niemand.

Und wenn dieses Ziel/diese Vorstellung mit entsprechender Ausdauer und Beharrlichkeit in Form von regelmäßigen Beiträgen verfolgt wird, ist es wirklich äußerst unwahrscheinlich, daß sich der Erfolg nicht einstellt.

Kommentare:

3 Kommentare zu “Warum ein Blog auf Dauer nicht wirklich erfolglos sein kann”
    • Marc sagt:

      Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Die meisten denken, dass sie mit ein paar (teils abgeschriebenen) Artikeln das große Geld machen. Nur wer ständig sein Bestes gibt, wird den Erfolg (im Sinne von Besuchern) einstreichen.

    • Ich sehe unter “Erfolg” weniger die reinen Zahlen – was das Google-Publikum denkt, werde ich nie erfahren; ob von denen jemand etwas “mitnimmt”, profitiert – man weiß es nicht.
      Wir schreiben ja nicht ganz zufällig in der Rubrik “Gesundheit”; Du “reparierst” ja auch so einige Folgen ungesunder Lebensweise, -Bedíngungen.

      Dass sich da Spezialisierungen herausbilden, Manche ihre Nische besetzen usw. ist ganz spannend. Wo dann die Überschneidungen sind, wo es zu verlinen gilt usw. .

      @ Marc: Mit Bloggen Geld verdienen, wird für unsereinen unerreichbar bleiben. Jedenfalls, was Größenordnungen, die zum Überleben reichen, betrifft, solange Du auf unlautere Methoden verzichtest.

      Ständig sein Bestes zu geben – ist das nicht auch ein etwas zu hoher Anspruch?

    • Ich sehe es so, Klaus-Peter, daß mit steigender Anzahl der “Zufallsbesucher” auch immer ein entsprechender Prozentsatz als dauerhafte/wiederkehrende Besucher hängen bleiben. Ich kann dieses Phänomen Woche für Woche an meinem Counter ablesen. Daß diese Besucher nicht aktiv am Geschehen (in Form von Kommentaren) teilnehmen: schade, aber so ist es nunmal. Kein Grund zu Verzagen !
      Mittlerweile mache ich mir nicht mehr permanent Gedanken, ob jemand etwas mitnehmen kann. Dauerhaft nur daran zu denken, bremst mich vom Gefühl her aus. Das läuft dann in Richtung Deines letzten Satzes:
      “Ständig sein Bestes zu geben – ist das nicht auch ein etwas zu hoher Anspruch?”
      Wer ausschließlich mit diesem Vorsatz bloggt, wird irgendwann ausbrennen.
      Wer nehmen möchte, soll nehmen, wenn jemand etwas gibt, freue ich mich.
      “Unerreichbar” ist übrigens ein echt häßliches Wort ;-)

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