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Warum der Ergo nicht den Physio linkt – Networking im Gesundheitswesen

11. Januar 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Blogging, Krankengymnastik, Massage, SEO

Marco stellte gestern in seinem SEO Blog Überlegungen zur Bedeutung des Networkings aus SEO-Sicht an. Es geht nicht um irgendwelche Social Bookmarks und die dadurch entstehenden Vernetzungen, sondern um ganz “reale” Bekanntschaften, Freundschaften, Kooperationen unter Leuten, die einen bestimmten Teilbereich des Internets beackern.

Dabei ist es von der Grundidee vollkommen unerheblich, ob es sich um SEOs, PRler, Webdesigner, Reinigungskräfte, Weihnachtsmänner, Bäcker, Wurstfabrikanten oder Angehörige einer anderen Berufsgruppe handelt. Wichtig ist die Idee, daß Networking in allen Bereichen des Internets Vorteile bringt. Selbstverständlich gilt dies auch für den webfreien Raum, aber bleiben wir beim Internet, um meine Überlegungen zu veranschaulichen.

Im Gesundheitswesen gibt es viele Berufsgruppen, die im medizinischen Alltag unterschiedlich eng zusammenarbeiten. Angestrebt wird eine engmaschige Kommunikation, um den optimalen Behandlungserfolg für den Patienten zu gewährleisten. Oftmals habe ich allerdings den Eindruck, daß jeder nur “sein eigenes Süppchen kocht”.
Ergotherapeut redet nicht mit Physiotherapeut, Physio nicht mit Ernährungsberater, Ernährungsberater nicht mit Fitness-Trainer, Trainer wiederum nicht mit Physio usw.

Und dies ist nur mein Eindruck aus dem realen, “greifbaren” Alltag – wie sieht’s bei den medizinischen Berufen im Web aus ?
Jeder Therapeut, der etwas auf sich hält, hat mittlerweile seine eigene (Praxis-)Webseite. Die Ärzte klammere ich bei dieser Betrachtung übrigens deshalb aus, weil dort hinsichtlich der Gestaltung der Praxis-Webseite strenge Vorgaben von den Ärztekammern gemacht werde. Dort kann nicht fröhlich vor sich gelinkt werden.
Bei den Heilhilfsberufen bestehen nach meinem Kenntnisstand diese Vorgaben für Webseiten nicht (sollte es Vorgaben geben, möchte ich Euch bitten, mir dies mitzuteilen). Sollten also tatsächlich keine Regularien verankert sein, können grundsätzlich Ergotherapeuten, Logopäden, Diätassistenten, Fußpfleger/Podologen, Masseure, Krankengymnasten/Physiotherapeuten, Orthopädietechniker etc. eine wunderbare Vernetzung im Internet aufbauen. Jedes Berufsbild überschneidet sich an irgend einer Stelle mit den anderen, wodurch zahlreiche Möglichkeiten für Verweise auf andere Webseiten entstehen.

Dieser Möglichkeit sind sich jedoch o.g. Berufsgruppen nicht bewußt. Wenn Links gesetzt werden, dann wird meistens mit der ausgeschriebener URL auf eine befreundete Praxis hingewiesen, weil die Kollegen tatsächlich der Meinung sind, daß irgendwer vielleicht den Link auf der hinterletzten Seite klicken würde. Sie wissen nicht, welches Potential in einer nicht durch Linkktausch, (miese) Verzeichniseinträge etc. versauten Webseite steckt, die seit 2001 besteht, denn niemand informiert die Kollegen.
Brav wird jede Fortbildung besucht, die der Erweiterung des medizinischen Kenntnisstandes dient (und das ist auch gut so), aber ein immer mächtiger werdendes Instrument der persönlichen Vermarktung wird komplett ignoriert. Heutzutage ist es einfach nicht mehr ausreichend, “nur” top-qualifiziert zu sein, denn wieviele Leute wissen schon in einer Großstadt, daß Kollege x in Straße y ein Meister seines Fachs ist ? Es ist nicht mehr ausreichend, einen Eintrag in den gelben Seiten zu platzieren, denn dort stehen noch 200 andere, die genauso aussehen, wie Euer Eintrag.

Aus meiner Sicht ist es sogar so, daß Kollegen Angst haben, sich gegenseitig zu verlinken, weil sie denken, dadurch würden vielleicht die Patienten zu der anderen Praxis abwandern. Freunde – wenn (Krankengymnastik-)Praxis aus Vorort einer Großstadt West auf Praxis einer Großstadt Ost verlinkt, dann wandert niemand. Vom Vorort, in dem ich wohne, bis zur Endhaltestelle des (Stadt-)Busses, der hier startet sind es 45 Minuten, mit dem Auto 30. Denkt doch mal nach. Und wenn Praxis Wiesbaden zu Praxis Mainz oder Praxis Köln zu Praxis Düsseldorf verlinkt, was soll da bitteschön passieren, außer, daß beide besser in der Suche für Ihren Heimatort ranken ?
Abgesehen davon klickt sowieso niemand auf die Links, die an strategisch günstigen Stellen positioniert werden, weil sie im Kontext untergehen.
Auf der Seite meines Arbeitgebers stehen seit langer Zeit an exponierter Stelle Links zu meiner Seite und wenn es hoch kommt, wird jeden zweiten Tag einer dieser Links geklickt. So desillusionierend es sich für viele anhören wird – eine große Anzahl der Links im Internet sind nicht zum Klicken da ;-)

Es ist an der Zeit daß die großen “Fortbilder” im medizinischen Bereich dieses Thema aufgreifen, indem sie über geeignete Fortbildungen entsprechende Grundlagen vermitteln und Fachzeitschriften sollten statt einer vierseitigen Abhandlung über die Mobilisation des Kleinfinger-Endgelenks auch mal einen Blick auf die Möglichkeiten werfen, die eine gut gepflegte Webseite eröffnet.

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