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The Wellness Decade

4. Februar 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Medizin, Off Topic

Paul Zane Pilzer will sein Buch verkaufen und erzählt uns deshalb in diesem Video, warum wir alle auf den Wellness- (Gesundheits-) Zug aufspringen sollen.

Medium: www.youtube.com
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Bei den Amis dürfte Pilzer es leichter haben, sein Buch an den Mann zu bringen, denn dort wird eben u. a. auch Wellness und Gesundheit hemmungslos konsumiert.
Wir in Deutschland befinden uns wie üblich noch in einem früheren Stadium der Wellness- und Gesundheitswelle.
In Deutschland ‘war man eben immer gesund’ und wenn man’s nicht war, haben die Leistungen zur Wiederherstellung der Gesundheit (den Leistungsempfänger) kein Geld gekostet. Auch die präventiven Maßnahmen, die durchaus dem Wellness-Markt zugeordnet werden können, waren größtenteils zum Nulltarif erhältlich.
Nicht umsonst finden mittlerweile Schulungen für Ärzte statt, die deren verkäuferische Fähigkeiten verbessern sollen und bezeichnender Weise heißt es in der Financial Times:

In einer AOK-Studie gab 2005 ein Drittel der Patienten an, das Vertrauensverhältnis zum Arzt verschlechtere sich, sobald dieser ein Verkaufsgespräch beginne. ftd

Aber warum ? Vorausgesetzt, es handelt sich um wirklich hilfreiche medizinische ‘Dienste’, die nicht im Leistungskatalog stehen, muß man eben ein paar Scheine dafür hinblättern. Das dies viele finanziell nicht bewerkstelligen können, steht auf einem anderen Blatt – ich will es hier jetzt nicht diskutieren.
Tatsache ist: Ein nicht unerheblicher Prozentsatz kann es sich leisten, erwartet aber, daß alle Leistungen in ‘guter deutscher Tradition’ kostenfrei sind. Und wenn der Arzt eine Selbstzahler-Leistung verkaufen möchte, verlieren die Patienten das Vertrauen.
Seltsame Mentalität, meint Ihr nicht ?
Aber es dauert auch bei uns nicht mehr lange, und zusätzliche finanzielle Aufwendungen für die Gesundheit werden zur Selbstverständlichkeit.
Spätestens dann entsteht ein Markt, der möglicherweise vielen Hightech-Bereichen den Rang ablaufen wird.
Was sich diesbezüglich momentan bewegt, läuft tatsächlich noch in Kinderschuhen.

Kommentare:

3 Kommentare zu “The Wellness Decade”
    • Kerstin sagt:

      Der Wellnessbereich ist wahrscheinlich wirklich der größte Zukunftsmarkt überhaupt. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass sich der Trend in Deutschland auch nur annähernd so schnell abzeichnet wie in den USA. Zudem ist die Sache sehr heikel, weil viele der Angebote sehr wahrscheinlich nur von besser Verdienenden in Anspruch genommen werden können, was wiederum die Diskussion der gesellschaftlichen Schichten mehr und mehr in den Mittelpunkt rücken lässt.

    • Sicher, Diskussionen wird es geben, aber soziale Unterschiede sind in den USA noch viel stärker ausgeprägt. Allerdings bestand dort noch nie die Mentalität: “Gesundheit kostet nichts”.
      Aber wie ich bereits erwähnte, sollte der Beitrag nicht die soziale Komponente anschneiden.
      Es geht mir lediglich um den Hinweis auf das gewaltige Potential der Branche und die Form, wie es Pilzer auf eindeutig amerikanische Weise den Leuten verkaufen will.
      Geht doch fast schon in Richtung Steve Balmer der Wellnessindustrie.

    • yukiko sagt:

      Es stellt sich die Frage, warum der Wellnessbereich / Prävention so teuer sein muss, dass nur Reiche es sich leisten können.
      Würde Prävention in großem Stile und ernsthaft betrieben, ließen sich viele Kosten der Behandlung und Nachsorge akuter Probleme vermeiden und dass so eingesparte Geld könnte für die Prävention von Krankheiten benutzt werden.
      Aber wahrscheinlich stehen wir dann vor dem Henne/Ei-Problem: Was kommt zuerst? Ist “jemand” bereit, Geld in die Prävention zu stecken um dadurch langfristig zu sparen, oder muss erst “irgendwie” Geld eingespart werden, damit das dann investiert werden kann?

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