Stöckliwickel – was ist das ?
16. Dezember 2007 von Christoph Weigand
Abgelegt unter: Krankengymnastik, Massage, Medizin
Eben auf der Seite eines eidgenössischen Physiotherapeuten entdeckt:
Stöckliwickel
Liebe Schweizer – was ist das ? Kann nichts darüber finden.





Tippe auf ein warmes, feuchtes Tuch, das um einen Stock gewickelt wird, um damit eine wohltuende, abrollende Massage durchzuführen.
Bin gespannt, was es wirklich ist…
Heiße Rolle ohne heiße Finger, könnte sein. Allerdings weiß ich nicht, wie das Trichterprinzip der heißen Rolle umgesetzt werden kann (um Wasser einzufüllen). Es sei denn, man wickelt die Tücher trichterförmig um den Stab. Dann läuft aber das Wasser den Stab ‘runter, hm…
Wenn ich’s weiß, mache ich einen Clip draus
Alles falsch.
Es ist ein kalter wärmeentziehender Wickel (im Gegensatz zum Priesnitzwickel).
Indikation: akute Ischialgie.
Anwendung: 3 lange Rollen etwa 20 – 30 cm breit und 2 m Länge im eiskaltem Wasser tauchen. Dann 1 Wickel um das Bein vom proximal nach distal wickeln. Abwarten und sobald der Patient die Kälte nicht mehr empfindet sofort mit einem frischen Wickel austauschen. Wenn 10 Minuten oder mehr verstreichen bis der Patient die Kälteempfindung nicht mehr verspürt kann man abbrechen
Danke für die Info

Wohl tatsächlich eine eidgenössische Spezialität ?
Findet der Wickel bei Euch noch Anwendung in der Praxis, oder handelt es sich dabei eher um ein “Relikt” aus früheren Zeiten ?
Diese Anwendung ist tatsächlich eine schweizerische Erfindung und zwar von einem Arzt aus Zürich eben den Dr. Stöckli. Sein Arbeitsbereich war unter anderem die Rheumaklinik im Universitätsspital Zürich zu einer Zeit wo die Balneologie Ihr Höhepunkt hatte.
Diese Anwendung ist entsprechend weniger gebraucht. In meiner Praxis wende ich sie noch an bei sehr akute Beschwerden: Die Anwendung ist dann sehr wertvoll, einfach und den Patient dankbar.