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Staat und Gesundheit

21. Februar 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Medizin

Interessante Thesen stellte der Medizinhistoriker Prof. Paul Unschuld anläßlich der Vorlesungsreihe “Kosmos und Mensch” im Berliner Maxim Gorki Theater auf (s. tagesspiegel.de).

Laut Unschuld entwickelte sich die medizinische ‘Leitmotivation’ von der Verpflichtung allein gegenüber dem individuellen Patienten über die Verantwortung der Ärzteschaft für die “Volksgesundheit”

Ende des 18. Jahrhunderts begann Johann Peter Frank sein „System einer vollständigen medicinischen Polizey“ zu veröffentlichen. Darin fordert er vom Staat, gesunde Lebensbedingungen für die ganze Bevölkerung zu schaffen. Die Ärzte sollten darüber wachen. Der Staat brauche für das Volksheer kampffähige Soldaten, für die Manufakturen leistungsfähige Arbeiter und für genügend Nachwuchs gesunde Mütter.tagesspiegel.de

bis hin zur ökonomisch positiven Größe.

Für den Staat war also Gesundheit Mittel zum Zweck, so Unschuld. Heute aber brauche er keine Volksheere mehr und es gebe eher zu viele Arbeitskräfte. „Der politische Druck auf den Staat, Gesundheit für alle zu garantieren, ist gesunken.“ Es bestehe kein Bedarf mehr an einer möglichst gesunden Bevölkerung. Daher der Rückbau des zur Bedeutungslosigkeit abgesunkenen öffentlichen Gesundheitsdienstes. Überdies sehe die Politik den Kranken nicht mehr nur als volkswirtschaftliche Belastung, sondern zunehmend als ökonomisch positive Größe. tagesspiegel.de

Interessante Sichtweise. Und wenn man es richtig durchdenkt, gar nicht mal so abwegig. Nur müßten die positiven wirtschaftlichen Effekte von vielen Krankheitsfällen den negativ-ökonomischen Größen gegenübergestellt werden.
Wann z. B. ist der ‘pathologische Break Even’ erreicht und wann würde bei Extrapolation der Pathologiekurve das Verhältnis kippen, d.h. wann ist der Punkt erreicht, wo eine ungesunde Bevölkerung keine positiv-ökonomische Größe mehr darstellt, sondern die eine der beiden Kurven plötzlich ihren Richtungsverlauf umkehrt.

Schwierig, schwierig !

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