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Schon mal an eine Laufanalyse gedacht ?

8. Dezember 2006 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Medizin, Sportliches

Was macht man nicht alles, wenn der Rücken zwickt…
Neben den vielen ärztlichen und therapeutische Maßnahmen habe ich im letzten Jahr auch eine Laufanalyse an mir durchführen lassen.
Warum ? Weil nicht selten Fehlstellungen im Bereich des Fußes unmittelbare Konsequenzen für

  • die Knieposition
  • Hüftposition
  • Beckenposition
  • LWS (Lendenwirbelsäule)-Position usw.

haben.
‘Positionen’ meint in diesem Fall, daß die eben aufgezählten Gelenke nicht unabhängig voneinander betrachtet werden dürfen, sondern bei ‘Verlagerungen’ des einen Gelenkes immer auch zumindest das darüber- und darunterliegende Gelenk (oder Körperteil) von dieser Positionsänderung betroffen ist.
Also, angenommen ihr steht auf einem Bein und schiebt das Knie dabei ein wenig nach innen, bewegt sich nicht nur etwas im Knie, sondern auch im Fuß, in der Hüfte, in der Lendenwirbelsäule usw. Probiert’s doch einfach mal vor dem Spiegel aus. Knie nach innen schieben und schauen, was mit Fuß und Hüfte passiert.
Wenn das Knie gerade steht, sieht das schematisch dargestellt so aus (ich versuche das Ganze an dieser Stelle einfach so wenig wissenschaftlich wie möglich zu präsentieren, damit es auch jeder versteht):

modell1
Alle Gelenke stehen bei diesem Beispiel schön übereinander, es kommt zu keinen mechanischen Problemen, weil alle Belastungen achsengerecht verlaufen. So ist es eigentlich auch vorgesehen.
Da aber keiner von uns anatomisch perfekt ausgestattet ist und viele sich im Laufe der Jahre z. B. einen wunderschönen Plattfuß angeeignet haben, kann sich so ein idealtypisches Modell schnell auch mal in folgender Form darstellen:

modell2
Sieht schon nicht mehr ganz so gut aus. Da braucht man kein Biomechaniker zu sein, um das erkennen zu können. Und jetzt steht unser Freund ja nur. Also gerade einmal das jeweilige Körpergewicht (bzw. die Hälfte dessen) als Belastung.
Wenn Ihr jetzt aber z. B. joggen geht und dann noch am besten bergab lauft, habt ihr nicht nur das eigene Körpergewicht als Belastung, sondern Euer Fuß, Bein, Hüfte usw. muß das mehrfache des Körpergewichts aushalten und kann schon bei leichten Fehlstellungen die auftretenden Kräfte nicht mehr kompensieren.
Bei meiner Laufanalyse sah das dann im Sprunggelenk so aus:

fuss1
Im Vorfeld wurde an Ferse und Unterschenkel die Achse eingezeichnet, die im Stand annähernd gerade verlief.
An diesem Beispiel ist aber schon gut zu erkennen, wie die Achse sich bei entsprechender Belastung verändern kann.
Wiederum schematisch dargestellt kann das dann schnell ziemlich üble Formen annehmen:

modell3
Das Bild kann selbstverständlich in der Realität beim Einzelnen ganz anders aussehen. Es gibt unterschiedliche Kompensationsmechanismen.
Ich rotiere z. B., wie Ihr seht, den Fuß zur Kompensation ziemlich weit nach außen, damit das Knie nicht zu weit nach innen wegbricht.
Aber wie gesagt – es entstehen sie seltsamsten Kompensationsmuster.
Welche Bedeutung das für den Rücken hat ?
Tja, Ihr seit Tag für Tag auf Euren Füßen unterwegs. Im günstigsten Fall treibt Ihr regelmäßig Sport, geht Wandern, Joggen usw.
Bei jedem Schritt, bei jeder Laufbewegung wirken Kräfte auf Eure Gelenke und Wirbelsäule.
Schön, wenn alles gerade steht. Tut es aber meistens nicht ! Und deshalb kann es irgendwann zu Beschwerden kommen.
Es muß nicht gleich ein Bandscheibenvorfall oder ein Meniskusriß sein. Das sind meistens zuerst kleine muskuläre Beschwerden, denen keine große Bedeutung beigemessen wird. Es zwickt mal hier und mal da. Vielleicht passiert auch nie irgendwas.
Unter Umständen kommt es aber auch zu dauerhaften, nachhaltigen Beschwerden. Dabei kann nicht prognostiziert werden, welches Gelenk oder welcher Muskel betroffen sein wird. Irgendwann tut’s vielleicht irgendwo einen Schlag.
Und dem kann man entgegenwirken, indem man über Einlagen und den richtigen Lauf- oder Walkingschuh entsprechend Vorsorge betreibt.
Z. B. über eine Laufanalyse.

Kommentare:

3 Kommentare zu “Schon mal an eine Laufanalyse gedacht ?”

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    Das sagen andere Blogs zu diesem Artikel:
    1. Laufanalyse sagt:

      Laufanalyse
      Am Donnerstag kam wieder ein Patient in der Praxis vorbei, der über massive Beschwerden im Bereich der Leiste und des tuber ischiadicums klagte (Ursprung der ischiocruralen Muskulatur – Link verweist auf m. biceps femoris, abgebildet sind aber…

    2. [...] vernünftigen Clip gefunden, über den meine Ausführungen bzgl. der medizinischen Sinnhaftigkeit einer Laufanalyse veranschaulicht werden [...]

    3. [...] während des Laufens lohnen kann, eine Laufanalyse in Erwägung zu ziehen, erfahrt Ihr in meinem ersten Beitrag der kleinen “biomechanischen” [...]



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