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(Schein-) Akupunktur hilft bei Rückenschmerzen

21. Januar 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Kurioses, Medizin

Mal wieder eine Studie zur Wirksamkeit der Akupunktur.

Wie die Welt berichtet, kommt eine von GERAC ausgerichtete Studie zu dem Ergebnis, daß Akupunktur Migräne, Knie- und Rückenschmerzen ähnlich effektiv lindert, wie eine medikamentöse Therapie. So weit, so gut.

Weiter unten in der Meldung ist zu lesen, daß zum Beleg der Wirksamkeit der Akupunktur drei Gruppen gegenübergestellt wurden:

  • Gruppe 1: medikamentöse Behandlung
  • Gruppe 2: Verumakupunktur (Setzen der Nadeln folgte den Vorgaben der traditionellen chinesischen Medizin)
  • Gruppe 3: Scheinakupunktur (Setzen der Nadeln auf falschen Punkten und mit geringerer Stichtiefe)

Die Ergebnisse belegen:

Bereits zehn bis 15 Akupunktursitzungen reduzierten die Beschwerdesymptomatik bei Migräne ähnlich effektiv wie die medikamentöse Standardtherapie, bei den Indikationen Knie- und Rückenschmerzen war der Effekt sogar noch stärker. Dies galt sowohl für die Verum- als auch für die Scheinakupunktur (…) welt.de

Es soll(te) also untersucht werden, ob Akupunktur eine Wirksamkeit bei bestimmten Schmerzformen aufweist und dann wird mit Begeistung verkündet, daß dem so ist, es aber vollkommen egal zu sein scheint, wo und wie tief die Nädelchen ‘reingehauen werden !? Also einfach Nadeln bestellen, irgendwo setzen und doppelt glücklich sein, weil:

  • die Schmerzen weg sind
  • und ich mir die 1000 Euro Behandlungskosten für den Akupunktur-Arzt gespart habe?

Kann die irgendwie mit Bundesmitteln geförderte Initiative jetzt zumachen ? Oder war es das, quod erat demonstrandum ?

Absurder Weise finden sich im Impressum von Gerac auch die Banner verschiedener Versicherer, die ihren Versicherten Akupunkturbehandlungen bei zertifizierten Ärzten bezahlen.

Die AOK z. B. verweist in einer Mitteilung auf genau diese, von der Welt erwähnte Studie (die allerdings wie gesagt belegt, daß es piepegal ist, wo und nach welchen Prinzipien die Nadeln gesetzt werden), und sagt die Kostenübernahme von Akupunktur (bei chronischen Knie- und Kreuzschmerzen) für die Versicherten ab 01.01.2007 zu.

Update 2009:
Und wenn ich dann zwei Jahre später zudem lesen muß, daß nicht einmal Nadeln erforderlich sind, um Rückenschmerzen mit Akupunktur zu behandeln, sondern im Prinzip ein handelsüblicher Zahnstocher vollkommen ausreicht, frage ich mich, warum die (echte) Akupunktur vielerorts so hochgejubelt wird. Scheinbar genügt ein die entsprechende “Autorität” ausstrahlender Behandler doch vollkommen, um den gewünschten Effekt zu erzielen ;-)

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