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Risikofaktor Webverzeichnis

18. Februar 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Internet, SEO

Eine kleine “Geschichte” zum Thema Webverzeichnis:

In den Anfangszeiten dieser Domain setzte ich neben einem Blog auch einen Webverzeichnis Gesundheit auf, das cleverer Weise auch noch aus einem Verzeichnis aufgerufen wird, daß “…/links” heißt.
Erspart mir den Spott, denn damals fand ich das alles ziemlich schlüssig.
Links müssen in einem Verzeichnis aufgeführt sein, daß “…/links” heißt, und ein kleiner Webkatalog kann schließlich nie schaden, wenn man sich in backlinkpflichtige Verzeichnisse einträgt ;-)

Um dem Elend die Krone aufzusetzen, öffnet sich das Webverzeichnis über einen iFrame in einem Verzeichnis, daß ich “…html/links.html” benannte. Gruselig, ich weiß…
Im Laufe der Zeit kämpfte sich der Kandidat ohne weiteres Zutun wider Erwarten auch noch ganz gut in den SERPs nach vorne, sodass er bei einer zielgerichteten Suche (wenn auch nicht oft) gefunden wird – soviel als Einleitung.

Schlagen wir nun den Bogen in Richtung Risikofaktor:

Linktauscher/-jäger grasen das Web Tag für Tag nach Katalogen/Verzeichnissen ab, in die sie sich eintragen können. Ob das in Zeiten der radikalen Abwertung von Verzeichnissen noch sinnvoll ist, sei dahingestellt. Ist den Jungs auch egal – eintragen, ggf. Backlink setzen und fertig.
So bekomme ich sporadisch eine Benachrichtigung aus dem Katalog, daß jemand gerne einen Link eintragen würde. Da es sich in der Regel um Müllseiten handelt, komme ich dieser Anfrage selbstverständlich nicht nach und lösche die Email.

Bei der Abfrage meiner Backlinks fiel mir jedoch vor ein paar Tagen auf, daß ich zwei Links von Seiten erhalten hatte, die sich bei genauerer Betrachtung nicht als die üblichen DMOZ-Klone erwiesen. Gut, passiert manchmal, aber irgendetwas beunruhigte mich bei der Sache. Nach anfänglicher Ratlosigkeit kam ich auf den Gedanken, einige dieser URLs durch meine Outlook-Suche zu jagen und wurde tatsächlich fündig, denn es handelte sich um Anfragen für einen Eintrag in meinem Verzeichnis bei gleichzeitiger Setzung eines Backlinks.
Die Linkjäger wollten sich also nicht einfach bei mir eintragen, sondern hatten “netterweise” ohne Freischaltung meinerseits einen Backlink auf mich gesetzt. Und ich stand nicht alleine in diesen Sammlungen, sondern es wurde auf viele private kleine (deutsche) Verzeichnisse und Kataloge verlinkt.

Was ist daran schlimm ?
Stellt Euch vor, das passiert in größerem Umfang. Monatelang löscht Ihr Mails, in denen um einen Eintrag in Euren Webkatalog gebeten wird, und wähnt Euch auf der sicheren Seite, weil Ihr nur seriösen Anbietern eine Aufnahme gewähren wollt. Viele Anfrager setzen aber einen Backlink auf Euch, ohne auf eine Freischaltung zu warten. Ist ja egal, denn die Seite von der verlinkt wird ist idR ohnehin verbrannt. Von dort kommen nur die Backlinks, während Ihr auf eine halbwegs saubere Seite linken sollt. Aber was geschieht, wenn Ihr mit einer wenig etablierten Seite über längere Zeit Links aus “schlechter Nachbarschaft” sammelt ? Richtig, irgendwann läuft das Faß bei Google über, und Ihr könnt Eure Domain für alle Zeiten vergessen.

Ich habe diese Befürchtungen nicht, weil ich davon ausgehe, einen ordentlichen TrustRank bei Google zu haben und keine Häufung solcher Links aus besagter Nachbarschaft entdecken konnte (es waren nur mE nur drei Links, von denen einer bereits gelöscht wurde), bin aber froh, diesem (selbstverursachten) “Treiben” rechtzeitig ein Ende gesetzt zu haben, indem ich die “Submit Link”-Funktion aus dem Katalog entfernte.

Jedem “kleinen Webmaster” kann ich aus diesem Grund nur raten, das Thema Webkatalog/-verzeichnis mit Vorsicht zu genießen.

Kommentare:

Ein Kommentar zu “Risikofaktor Webverzeichnis”

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    1. [...] von allen Seiten (Ihr wißt schon…) beäugt, teilweise setzen die manuellen Submitter auch tatsächlich noch Backlinks, die sich kurz-, mittel- und langfristig negativ auswirken [...]



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