Neuartiger Fahrradsattel soll Schmerzen reduzieren
9. November 2008 von Christoph Weigand
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Gemeint sind in diesem Fall allerdings eher die Schmerzen im “verlängerten Rücken”, genauer gesagt dem Gesäß und dort ganz speziell die Schmerzen im Bereich der Sitzbeinhöcker und am Damm.
Ursache:
Bei jeder Pedalumdrehung wandern die Belastungsdruckspitzen, je nach Hüftstellung, auf den Kontaktstellen von Sitzknochen und Sattel von links nach rechts, hin und her. Ein starr befestigter Sattel kann dieser Bewegung nicht folgen und belastet so die Sitzknochen mal stärker, mal weniger stark. sq-lab.com [PDF]
SQlab hat zur Reduzierung dieser Beschwerden einen Sattel konstruiert, der die Bewegungen des Beckens mitmacht, indem eine kleine Kippung des Sattels erfolgt. Schwer zu beschreiben, aber im verlinkten PDF findet Ihr ausführliche Informationen (siehe auch Artikel bei tri4u.de)
Für mich hört es sich das Prinzip recht schlüssig an, allerdings würden mich die objektiven Ergebnisse aus einer Fahrradbiometrie interessieren.
Ach ja, die Kosten:
Laut Hersteller sollen sie sich im mittleren dreistelligen Bereich bewegen. Äh – das heißt also irgendwo bei 500 Euro?? …was investiert man nicht alles für ein schmerzfreies Gesäß





*räusper* Ein echtes Schnäppchen.
Was ich als rückengeschädigter Rennradler nicht nachvollziehen kann:
Ist mein Sattel etwas zu hoch eingestellt, kommt es zwangsläufig zu vermehrten Bewegungen des Beckens, weil die Strecke zu lang für das Bein wird – damit die Pedale das unterste Niveau erreicht, muß das Becken etwas seitlich abgesenkt werden und es kommt zu einer seitl. Pendelbewegung im Becken. (Sieht man übrigens sehr oft)
In meinem Fall wird diese Fehleinstellung sofort mit Schmerzen in der LWS quittiert – beim Gesunden dauert es evtl. länger.
Aufgrund dieser Erfahrung kann ich mir nicht vorstellen, daß dieser o.g. Sattel wirklich empfehlenswert ist, denn er fordert diese Bewegung ja geradezu heraus.
Zusammengefaßt: “Schaukelt” das Becken, stimmt m.E. die Einstellung des Sattels nicht und führt zwangläufig zu Problemen mit der Wirlbelsäule.
Gruß
Thorsten
Wie ich es verstehe, soll die Kompression auf die Sitzbeinhöcker und den Damm, die auch bei einer optimalen Einstellung auftritt, reduziert werden.
Bei zu hoher Einstellung des Sattels ist diese Kippbewegung und Kompression noch höher, klar. Aber eine grundsätzliche Kompression der beschriebenen Strukturen bei Druck auf die Pedale läßt sich auch in optimaler Position nicht vermeiden. Und das führt oftmals zu Beschwerden.
Wenn das “Widerlager Sattel” durch die Ermöglichung einer Art Stoßdämpfung im Lager dadurch weniger Druck generiert, kann ich mir schon vorstellen, daß der Sattel was bringt.