Moderne Büros und der Office-Neckfroster
26. Januar 2007 von Christoph Weigand
Abgelegt unter: Bandscheiben, Ergonomie
Bei uns in Wiesbaden sind in letzter Zeit eine Menge neuer Bürogebäude entstanden.
Das Schöne ist, daß es derzeit im Trend zu liegen scheint, die Mitarbeiter nicht mehr hinter Wände, sondern hinter Glas zu packen. Somit bietet sich, wenn ich z. B. mit dem Auto an einer Ampel stehe oder an Bürogebäuden vorbeigehe, ein wunderschöner Einblick bis tief in die jeweiligen Arbeitsstätten.
Was ich sehe, sind hervorragend ausgestattete Büros mit stylishen Schreibtischen, riesigen LCD-Bildschirmen, 1000 € Bürostühlen, Tageslichtlampen usw. – toll, da wird eine Menge in die Arbeitsplätze und die Gesundheit der Mitarbeiter investiert.
Was ich aber auch sehe, ist, wie die Leute in ihren Stühlen abhängen, täglich in derselben Sitzposition (wobei jeder seine bestimmten Präferenzen bzgl. der Sitzhaltung zu haben scheint und diese grundsätzlich nicht verändert). Wenn dann die Sonne schön tief steht, sehen sie nichts mehr, weil der Monitor mit der Rückseite in Richtung Fenster ausgerichtet ist. Beliebt scheint auch die seitliche Positionierung der Schreibtische zu sein. Dann wird ab einer bestimmten Uhrzeit der Schatten der 24-Zoll Monitore als Blendschutz verwendet und bei den Schreibtischtätern sind die schönsten Verrenkungen zu beobachten, wenn die Sonne wandert.
Und weil die Arbeitsplätze oftmals auch wunderbar im Profil betrachtet werden können, wird schnell ersichtlich, wie oft der Stuhl zu niedrig bzw. der Schreibtisch zu hoch eingestellt ist.
Großer Beliebtheit erfreut sich auch die ‘Neckfroster‘-Anordnung (das Wörtchen ist mir eben eingefallen und ich stelle es hiermit unter mein Copyright
).
Definition Office-Neckfroster:
Diejenige Arbeitsposition, die eingenommen wird, wenn Tastatur und zu bearbeitende Unterlagen vor der betreffenden Person liegen und der Monitor zwischen 45° und 90° seitlich (bei Rechtshändern meistens links) positioniert ist. Als Variation findet sich der sog. Office Deep-Neckfroster, als Arbeitsposition, bei der – ergänzend zur beschriebenen Anordnung – der Monitor außerdem leicht erhöht steht.
Liebe Arbeitgeber – was da in Euren Büros platziert wurde, kostet mit Sicherheit ein Heidengeld und sieht teilweise auch verdammt gut aus. Bestimmt habt Ihr bei der Auswahl der Bürostühle auch Wert auf eine besondere Rückenfreundlichkeit der Sitzmöbel gelegt.
Was aber helfen die ganzen Investitionen, wenn der Rest nicht stimmt ? Investiert doch ein paar Euro in einen Trainer, der gelegentlich mal ‘reinschaut und Eure Leute etwas in Wallung bringt oder bucht Euch einen Ergonomie-Berater etc.
Nicht, daß ich ‘drauf bestehen würde, denn solche Arbeitsplätze sichern mir meinen Job. Aber ich persönlich würde gern mehr Energie in die Prävention als in die Rehabilitation investieren
Bild: pfirsichmelba – aboutpixel.de





Das wäre doch was für die Wiesbaden-Blogger Site. Hast Du Lust? Z. B. Kurzversion mit Trackback hier hin.
Meinst Du, das hat so hohe Relevanz für Wiesbaden ? Sieht doch irgendwie nach Lückenfüller aus, oder ?
Im Prinzip trifft es ja für jede andere Stadt auch zu …