...Werde Fan von Starker Rücken bei Facebook Bandscheiben auf Twitter


Messeversprechen

17. Februar 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Medizin, Rückenschmerzen

Es war keine Messe im herkömmlichen Sinne, der Tag der offenen Tür im Wiesbadener St. Josefs-Hospital, aber für die Hersteller der Bandscheibenimplantate, ‘Operationswerkzeuge’ u. ä. eine optimale Möglichkeit, ihre Produkte nicht nur der Ärzteschaft, sondern auch den tatsächlich Betroffenen, den Patienten, zu präsentieren.
Selbstverständlich war auch ich stark an den Produkten interessiert und kam mit einigen Herstellern ins Gespräch (ohne gleich ‘abzudrücken’, daß ich über Bandscheiben blogge).
Am Ende des Gesprächs fragte ich dann jeweils, ob ich zur Vorstellung des Produkts einige Fotos auf meiner Webseite verwenden könnte bzw. ob man mir diese Fotos zumailen kann. “Was für eine Webseite” wurde dann gefragt und ich antwortete sinngemäß: “Mit Informationen für Bandscheibenpatienten, die Adresse ist….”. “Ja, schicken wir Ihnen zu” oder “Ich schicke Ihnen eine Mail, wenn ich mir die Seite angeschaut habe” war die Antwort.

Es sind jetzt fünf Tage vergangen und: keine Mail mit Bildern oder Informationen !

Vielleicht versteht Ihr jetzt, warum ich mir Gedanken zur Blogstudie mache, medizinische Webseiten kritisiere oder die Trends im Bereich E-Health hinterfrage (wo Trackback und Ping übrigens bisher auch ins Leere liefen). Was PR- und Business-Bloggern vielleicht als Phantasien eines Nischen-Bloggers vorkommt, bestätigt nach meiner Meinung viele Aspekte der Argumentation.
Im medizinischen Bereich läuft es anders. Eine Vorstellung eines bestimmten Produkts wird nicht als Chance wahrgenommen, eine Vertrauensbasis zum ‘Endverbraucher’ herzustellen. Wäre ich eine medizinische Autorität, hätte ich mittlerweile tausende von Fotos in meinem Postfach, da bin ich mir sicher.
Aber medizinische Autoritäten bloggen nicht. Dafür haben sie ‘keine Zeit’. Und zu 99% lesen sie auch keine Blogs. Dafür haben sie auch keine Zeit.

Patienten jedoch suchen nach Informationen im Internet und in Blogs (auch wenn sie oftmals nicht wissen, daß sie sich auf einem Blog befinden).
Und wenn man sich irgendwo gut über ein Produkt informieren kann und vielleicht noch den Dialog mit einem Hersteller oder behandelndem Arzt nachliest, entsteht eine gewisse Transparenz, die auch Vertrauen schaffen kann.
Es handelt sich bei dem Thema nämlich nicht um Nasentropfen, sondern um Operationen an der Wirbelsäule. Und allein der Gedanke an eine solche Maßnahme bereitet vielen schon schlaflose Nächte. Dann wäre es doch schön, wenn über ein Quentchen mehr Transparenz vielleicht auch ein kleiner Teil der Angst bei den Patienten genommen werden könnte.

Hier kannst Du kommentieren:

Teil mir Deine Meinung zu diesem Artikel mit:

Vielleicht von Interesse für Dich: