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Marktlücke Massage ?

23. August 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Massage

physio.de (kein direkter Link zum Artikel, da Registrierung erforderlich) will sich in den kommenden Wochen etwas intensiver mit dem Thema Massage auseinandersetzen.

Mach ich auch – gerne sogar.

Obwohl sich die Massage in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen/Techniken ungebremster Beliebtheit beim “Empfänger” erfreut, mutiert die staatliche Ausbildung in Deutschland immer mehr zum edukativen Stiefkind.
Grundsätzlich gibt es zwei (physio-)therapeutische Ausbildungsberufe:

  • Physiotherapeut (früher: Krankengymnast)
  • Masseur und med. Bademeister

Der Physiotherapeut darf hierbei nach seiner Ausbildung alle Behandlungstechniken der Physiotherapie (inkl. Massage) mit den Versicherungsträgern abrechnen, der Masseur und med. Bademeister hingegen “nur” Massagen, Bäder, Unterwassermassagen, Wickel etc.
Da im medizinischen Alltag allerdings kaum noch die typischen “Kuranwendungen” verordnet werden, wird der Masseur fast ausschließlich auf Massagen reduziert – er “verkommt” zum Knetknecht (wenn er nicht gerade eine Fortbildung in Lymphdrainage nachweisen kann und ein paar von diesen Behandlungen im Plan stehen).
Knetknecht meint, daß z. B. in Kliniken ein Vollzeit-Arbeitsplan mit 24 Massagen belegt sein kann, die jeweils ca. 20 Min dauern. Am Ende eines Arbeitstages hat der “gemeine Masseur” also insgesamt 480 Minuten massiert. Und das bedeutet Arbeit! Harte Arbeit! Stellt Euch vor, Ihr steht jeden Tag 480 Minuten in mehr oder weniger unverändert leicht gebeugter/gebückter Position an der Massagebank und bearbeitet die Muskulatur von Patienten. Cremt Eurem Partner nur einmal in leicht gebückter Position ca. 20 Minuten den Rücken ein – dann wißt Ihr, was Sache ist.
Na, hättet Ihr Lust auf den Job? Genau!

Und genau deshalb werden immer weniger junge Leute ihren Weg in diesen Beruf finden, sondern sich lieber zum Physiotherapeuten ausbilden lassen. Die massieren aber auch nicht gerne, denn erstens bringen Massagen abrechnungstechnisch nur lächerliche Einnahmen , zweitens betrachten Physios Massagen gerne als eher “niedere Tätigkeiten” (seid ehrlich, Physios, bevor Ihr hier jetzt wutentbrannt kommentiert).

Das Problem ist aber:
Die Leute wollen Massagen und die Leute lieben Massagen. Und sie sind auch bereit, für die Massagen Geld auszugeben. In jeder Stadt gibt es mittlerweile fernöstliche Anbieter, die mit Ihren Angeboten werben und auch entsprechenden Zulauf haben.
Was liegt näher, als in der vermeintlichen Krise eine Chance zu suchen? Dort wo vormals gut ausgebildete Masseure mit staatlicher Anerkennung den Markt sättigten, wird die Luft immer dünner, oder, um es positiv zu formulieren: besser.
Selbstverständlich reicht es mittlerweile in den meisten Fällen nicht mehr aus, das Standard-Knetprogramm zu fahren. Aber ich bin überzeugt, daß mit einigen Fortbildungen in verschiedenen Techniken und dem entsprechenden Marketing (auch im Internet) ein guter Masseur seinen Markt finden kann – zumindest als zweites Standbein.

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