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Leitlinientreue

12. Juni 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Rückenschmerzen

… fordert die Zeit und titelt “Der betrogene Patient“. Hintergrund:

Vieles in der alltäglichen Praxis wird häufig immer noch aus einem unbestimmten Gefühl heraus gemacht. Aus internationalen Studien weiß man, dass nur etwa 30 bis 40 Prozent aller medizinischen Maßnahmen auf evidenzbasierten Ergebnissen wissenschaftlicher Studien basieren. Die eigene Erfahrung des Arztes gilt viel, die Wissenschaft eher wenig. Bauchgefühl statt Erkenntnis. zeit.de

Also – mehr Leitlinientreue = bessere Behandlungserfolge !?

Liebe Zeit, ich wünschte, es gäbe viel mehr Ärzte, die mich tatsächlich “aus dem Bauch heraus” behandeln. Mir sind die Leitlinien ziemlich schnuppe, ich denke auch nicht daran, auf meine (in unregelmäßigen Abständen erfolgende) Voltaren-Injektion zu verzichten. Die hilft mir nämlich, auch wenn die deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin in ihren Leitlinien davon abrät.
Bei mir erzeugt das nicht das Gefühl, krank zu sein, ganz im Gegenteil: danach kann ich mich wieder bewegen. Gerne verlinke ich auch auf den zweiten Kommentar zum erwähnten Artikel ;-)

Die Leidensgeschichte des Finanzbeamten ist selbstverständlich bedauerlich, aber handelte es sich bei der dargestellten Behandlungkskette wirklich um das Bauchgefühl, das einen guten Arzt auszeichnen sollte ? Ich glaube nicht. Vielleicht spiegelt das Vorgehen auch nur die Misere des verloren gegangenen Bauchgefühls wider ?

Kommentare:

2 Kommentare zu “Leitlinientreue”
    • Bernd sagt:

      Hi Christioph, das ist immer eine zweischneidige Sache.

      Leider gibt es immer noch Ärzte, die – ziemlich fortbildungsresitent – ausschließlich nach ihrem Bauchgefühl arbeiten und dabei ziemlichen Unsinn machen. Für diese Spezies sollte man eigentlich die Leitlinien verpflichtend machen … denn gelesen haben sie sie nicht. Hätten sie sie gelesen, würde nicht so viel fehlbehandelt.

      Es gibt gut fortgebildete Ärzte, die sowohl die Leitlinien kennen als auch über genügend Bauchgefühl besitzen um mit den Leitlinien kreativ einen individuellen Behandlungsweg für einen bestimmten Patienten ausarbeiten zu können.

      Kenne ich den Arzt nicht und kann ihn nicht einschätzen, dann bin ich immer froh, wenn er die Leitlinien für mein eigenes Krankheitsbild kennt :-)

      Also der Ruf nach der Leitlinie macht schon Sinn. Er ist der kleinste gemeinsame Nenner und somit die Minimalanforderung an die Kenntnisse des Arztes. Abweichungen davon sollte er schon tatsächlich begründen können. Und ehrlich gesagt reicht mir da Bauchgefühl alleine nicht aus.

      Viele Grüße

      Bernd

    • Hi Bernd,
      es geht mir nicht darum, Leitlinien generell in Frage zu stellen und mit Deiner Meinung, die Leitlinien als standardisierte Orientierungshilfe einzusetzen, gehe ich völlig konform.
      Selbstverständlich gibt es auch genügend Ärzte, die Leitlinien und Bauchgefühl effektiv kombinieren.
      Mir zielt der Artikel aber zu sehr auf eine Übergewichtung der Standardisierung ab. Bauchgefühl alleine reicht nicht aus; es geht aber auch schnell verloren bzw. wird erst gar nicht entwickelt, wenn eine zu starre Fixierung auf das Abarbeiten von “Menüpunkten” vorliegt.

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