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Jan Ullrich und der Rücken…

28. Mai 2006 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben

Heute morgen flatterte mir über einen meiner Google-Alerts diese Meldung ins Postfach.
In diesem Artikel ist die Rede davon, daß Jan Ullrich unter anderem auch wegen Rückenschmerzen den Giro d’Italia vorzeitig beendet hat.
Um eines vorweg zu nehmen – seit seiner ersten Tour ‚in Diensten’ von Bjarne Rijs bin ich jedes Jahr auf’s neue begeisterter Zuschauer der Tour de France und, wie viele andere neben mir, Fan von Jan Ullrich.
Wie ein kleines Kind freue ich mich auf die ‚Pyrenäen und die Alpen’ und versuche meinen persönlichen Terminkalender so einzurichten, daß ich keinesfalls die entscheidenden Teile der Bergankünfte verpasse (ich habe in diesem Rahmen auch schon mehrfach Sportabteilungen von Kaufhäusern oder große Elektronikmärkte aufgesucht, um auf einem der Bildschirme das Geschehen verfolgen zu können).
Nach meiner Meinung können diese Etappen in Ihrer Dramatik von keinem noch so spannenden Film, keinem Fußballspiel, keinem olympischen 100-Meter Finale überboten werden. Egal, wie gut das Team ist oder wie die Rennstalltaktik ausgelegt war, die letzten Kilometer im Berg repräsentieren für mich den archaischen Kampf Mann gegen Mann. Es gibt keine Waffen außer der eigenen Stärke, dem eigenen Willen, die noch verbliebenen Mitglieder der Gruppe niederzukämpfen. Hier gibt es keine Ausreden mehr, jede Schwäche wird offengelegt und keiner kann sich verstecken. Glaubt mir – bei jeder dieser Etappen sitze oder stehe ich mit schweißnassen Händen vor dem Fernseher und vergesse Zeit und Raum. In diesen Momenten sitze ich mit Ullrich auf dem Fahrrad, feuere ihn an, wünsche mir, ich könnte ihm ein klein wenig meiner eigenen Kraft für einen kurzen Augenblick zuteil kommen lassen, damit er den entscheidenden Angiff durchziehen kann.

Aber fast immer werde ich enttäuscht !

Irgendwann kommt der Moment, wo ich bei einer der Großaufnahmen in seinen Augen erkennen kann: es ist vorbei, gerade ist er ‚zerbrochen’ (worden). Schlimm dabei ist, ich bin überzeugt, er könnte es im Hinblick auf seine körperlichen Voraussetzungen schaffen, jeden Berg der Tour als erster zu erklimmen, wenn nur nicht immer irgendwas in der Vorbereitung nicht gestimmt hätte. Einmal ist es das Knie, im anderen Jahr eine Erkältung im Vorfeld, jetzt der Rücken usw.
Ich will an diese Stelle nicht über eine potentiell falsch geplante Vorbereitung spekulieren, über den Druck von außen, über chronische Verletzungsanfälligkeiten an bestimmten Gelenken, über neues Material, über optimale Sitzpositionen oder Aerodynamik – das ist mir alles egal.

Was ich möchte, lieber Jan ist, daß Du noch einmal zeigst, zu was Du wirklich imstande bist. Ich möchte, daß Du ein Mal, nur ein einziges Mal Deine Konkurrenten ohne Helfer zwingst, abreißen zu lassen. Sei nur einmal im direkten Zweikampf so stark, daß kein anderer Dir mehr folgen kann und das nicht im Zeitfahren, sondern Auge in Auge mit Deinem Gegner. Du mußt nicht die ganze Tour gewinnen – nur eine einzige Ankunft würde mir ausreichen.

Viel Erfolg, einen starken Rücken und insbesondere starke Beine bei der Tour
wünscht Dir
Christoph aus dem Bandscheibenblog 

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