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Informationstransport zum Thema Rückenschmerzen

13. April 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Internet, Medizin, Rückenschmerzen

  • Wie können Informationen zum Thema Rückenschmerzen am effektivsten zum potentiellen Empfänger transportiert werden ?
  • Wie ist welche Zielgruppe am besten zu erreichen ?
  • Welches sind die Stärken und Schwächen der jeweiligen (Transport-)Medien ?

Die Antwort auf diese und andere Fragen gibt eine Expertise [PDF] der Hochschule für Musik und Theater Hannover – Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung im Jahr 2005 (?) erstellt wurde. Im PDF der Original-Expertise fehlt leider das Datum, in einem weiteren Dokument [PDF] (Tagung Prävention von Rückenschmerzen am 7. Dezember 2005 in Gütersloh) fand aber offensichtlich die Präsentation der Expertise statt.

Bermerkenswert aus meiner Sicht die Beurteilung des Mediums “Internet” als Transportkanal von Informationen zum Thema Rückenschmerzen (s. auch Tabelle auf S. 69 im PDF) – Auszug:

  • [...]
  • Beurteilung der Reichweite des Mediums: gering
    Nutzung ca. 15 Minuten/Tag – Tendenz steigend
  • Nur Interessierte erreichbar
  • Selektierte Nutzerschaft – junge gebildete Männer überrepräsentiert
  • [...]

Hierbei muß berücksichtigt werden, daß es sich um eine Expertise aus dem Jahr 2005 handelt und gerade für die Beurteilung des Transportkanals “Internet” einige Monate schon massive Veränderungen hinsichtlich der Transportfähigkeit bedeuten können.
Veranschaulichte man die Internetnutzung (insbesondere zur individuellen Recherche für gesundheitliche Themen) grafisch, würde der Kurvenverlauf in den letzten 3 Jahren einen exponentiellen Verlauf aufweisen. Insofern können aus meiner Sicht die (Transport-)Empfehlungen nicht länger übernommen bzw. umgesetzt werden.

Das Medium Internet wird auch und insbesondere für den Bereich Gesundheit in den kommenden Jahren immer mehr Bedeutung gewinnen. Es steht aus meiner Sicht sogar zu erwarten, daß sich der Online-Informationskanal zum zukünftigen Leitmedium entwickelt. Deshalb sollten gerade hier intensive Überlegungen angestellt werden, wie Informationen bestmöglich übermittelt werden könnten.

Noch wichtiger erscheint mir allerdings die Qualitätssicherung in Richtung “vertrauenswürdige Informationen”, denn das ist der risikobehaftetste Faktor im Internet. Es findet keine redaktionelle Prüfung der Inhalte mehr statt. Jeder noch so unqualifizierte Quacksalber kann sich auf eigene Faust, mit eigenen “Wahrheiten” mitteilen. Mit den entsprechenden finanziellen Mitteln sogar auf großen, selbsterstellten Plattformen und Netzwerken, bei denen der medizinische Laie schnell keinen Unterschied mehr zwischen seriös-qualifizierter Anbieter und MakeMoney-Ferengi erkennen kann.

Kommentare:

3 Kommentare zu “Informationstransport zum Thema Rückenschmerzen”
    • Klaus-Peter sagt:

      Das Problem hat mehrere Seiten. Dazu gehört auch, dass die Informationen, wenn sie denn vorhanden sind, auch umgesetzt werden müssten.
      Man weiß zwar, dass diese oder jene Übungen helfen – was davon umgesetzt wird, ist eine andere Frage.
      Ich könnte noch auf eine Studie aus 2006 (Techniker-Krankenkasse) verweisen; zum Thema Ernährung sind die üblichen Informationsquellen:
      1.) Medien
      Fernsehen (bei Männern)
      Zeitschriften (bei Frauen)
      2.) persönliche Gespräche
      Familie, Angehörige (bei Männern)
      Freundinnen (bei Frauen)
       
      Bis zum Internet als Leitmedium ist noch ein langer Weg. Da ist das Problem,Weizen und Spreu zu trennen – also die Pseudoinformation, das Bla-bla, das nur Zeit frisst.
      Und immer wieder, dass die Info auch umgesetzt werden "muss".
      Für überschaubare Seiten vielleicht auch eine Chance, weil sie mehr Interaktivität bieten, als große "Portale" je bieten können.

    • Bezüglich der Umsetzung bzw. Verhaltensänderung skizziert das Dokument deshalb ja auch verschiedene Stufen dieses Prozesses (Stages of Change).
      Weil Du gerade die Übungen ansprichst:
      Ich hoffe, nicht vermittelt zu haben, daß nur ein paar Übungen zum langfristigen Erfolg führen werden.
      “Pädagogosches Vermittlungsziel” soll ein insgesamt gesteigertes Aktivitätsniveau sein. Deshalb auch die meinerseitigen Denk- und Linkanstöße in viele unterschiedliche Richtungen.
      Die Form der Bewegung ist dabei aus meiner Sicht weitestgehend zu vernachlässigen. Yoga, Nordic Walking, Jogging, Thera-Band, Gymstick, Schwimmen, Radfahren … vollkommen egal, was es ist – Hauptsache, es findet statt.

      Und bzgl. der “überschaubaren Seiten” stellen mich die bisherigen Angebote hinsichtlich der Präsentationsaufbereitung in keinster Weise zufrieden (meine Seite eingeschlossen). Je größer die Seiten werden, desto schwieriger werden Detailinformationen gefunden.
      Wenn ich meine Logfiles anschaue frage ich mich häufig, warum der Suchende nicht einen Klick mehr gemacht hat, denn genau dort hätte das gestanden, was er/sie laut Suchmaschine gesucht hat. Stattdessen führt der Weg auf die Landing-Page und wieder zurück zu Google, wo wir wieder beim Thema wären.
      Die Suchenden, Du , ich, sind faul und erwarten exakt diejenigen Informationen nach denen Sie gesucht haben. Zwischen 2,3 und 2,7 Seitenaufrufe pro Besucher liegt meine derzeitige “Rate”, was prinzipiell gar nicht so schlecht ist. Aber hey – im Hinblick auf die Menge der Infos ist das schlichtweg deprimierend.
      Und das, obwohl ich mir einbilde, hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit einige Schritte nach vorne gemacht zu haben.

    • Klaus-Peter sagt:

      Den Vorteil der “kleinen, überschaubaren Seite” sehe ich darin, dass hier der Kontakt Leser /Schreiber noch möglich ist, während die “Informationsportale” informationstechnisch Einbahnstraßen sind.

      Und die Frage nach dem Informationstransport, ob die Info auch ankommt, berührt ja den Kern des Bloggens: Hast das überhaupt einen Sinn? Vorläufige Antwort: Wird schon so sein…

      Mit der Weiterklick-Rate kannst Du fürwahr zufrieden sein; so ist das halt im Informationsdschungel, und ich habe auch schon eigene Seiten bei G….. gesucht.

      Und ein abwechlungsreiches Angebot finde ich auch ganz gut; der Film über den Älteren Herrn, der in Küche und Bad turnt, ist doch ein prima Denkanstoss!

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