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Ich bin ein Spammer

26. März 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Internet, SEO

In den vergangenen Wochen habe ich mir die Mühe gemacht, viele, nein – sehr viele URLs von Seiten, die mir bei meinen diversen Suchen zu den unterschiedlichsten Suchbegriffen in den vergangenen Monaten aufgefallen waren, durch diverse Backlink-Checker und ähnliche Tools zu jagen.

Auf meinem Schreibtisch liegt eine kleine große mittlerweile sehr große Liste mit den unterschiedlichsten Suchbegriffen aus vielen verschiedenen Themengebieten.
Immer dann, wenn ich der Meinung bin, daß ein bestimmter Suchbegriff ordentliches Besucherpotential haben könnte, notiere ich mir dieses Wort bzw. die Wortkombination.

Bei vielen der in den Top 10 gelisteten Treffern zu der Mehrzahl dieser Suchbegriffe kann man von einer natürlich gewachsenen Struktur der Backlinks sprechen.
Die ersten 10 Positionen werden in der Regel nicht von den Seiten mit dem relevantesten Content dominiert, sondern von teils cleveren, teils stumpfen Linksammlern/-buildern, die inhaltlich bestenfalls eine Position jenseits der 20 verdient hätten. Sicher gibt es Ausnahmen, wo gut gelistete Seiten auch tatsächlich gute Informationen bereitstellen, aber diese Ausnahmen bilden gleichsam die Regel. Oftmals finden sich derart miese Seiten an vorderen Positionen, daß ich spontan kotzen könnte.

Je mehr man sich mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, desto klarer wird der Blick auf die SERPs. Die Kombination von “geschultem Auge” und nützlichen Addons/Extensions für den FF (den ich insbesondere für diese Zwecke schätzen gelernt habe) ist wie ein warmer Sonnenstrahl, der auf den Frühnebel der Spam-Küste trifft.

“Natürlich” gute Suchergebnisse sind lediglich eine Illusion.

Das Fatale ist aus meiner Sicht, daß man dieses Spiel mitspielen muß, wenn man nicht verdrängt werden will.
Meine Seiten mit guten Inhalten sollen gefunden werden, dies ist das erklärte Ziel. Aber Tag für Tag muß ich über ein immer größer werdendes, selbstgezimmertes Netzwerk dafür sorgen, daß dumm-stumpfe Hardcore-Linktauscher nicht an meinen Seiten vorbeiziehen. Der Aufwand für diese Maßnahmen steht dabei in keinem gesunden Verhältnis zur Generierung von “echten” Inhalten.
Also wird gespammt ! Über das eigene Netzwerk und andere Netzwerke, denn es ist nichts anderes als Spamming, wenn durch künstliche Verlinkung eigene und fremde Seiten gepusht werden. Nur – wie könnte anders vorgegangen werden, solange nicht tatsächlich die inhaltlich relevantesten Inhalte an vorderen Positionen gelistet werden ? Wie kann man sich diesem Teufelskreis entziehen ?

Ich bin ein Spammer – und oftmals öde ich mich selbst dafür an ! Trotzdem mache ich weiter, weil das Spiel eben leider so läuft.

Kommentare:

13 Kommentare zu “Ich bin ein Spammer”
    • herb sagt:

      Ich glaube nicht, dass sich das Spiel lohnt, wenn man noch etwas anderes macht, als sich im Internet seine Zeit zu vertreiben. Denn es gibt sicher viele, die dafür mehr Zeit erübrigen.
      Ich würde das Spiel nicht mitmachen.

    • Hallo Christoph!
      Eigentlich komisch denn ich beobachte im Moment das genaue Gegenteil. Mir fiel nämlich bei der Analyse von Top gelisteten seiten auf, daß diese extrem Onpage optimiert sind. Zig-Fache Wiederholungen der gewünschten Keywords, so daß die Inhalte schon fast nicht mehr lesbar sind.
      Lass doch mal die von dir auffälligen Seiten zum Beispiel von diesem Keyword density checker: http://www.ranks.nl/tools/spider.html unter das Korn nehmen und vergleiche die Ergebnisse mit deinen Seiten, ich schätze mal da wirst Du auch fündig werden.
      Happy seo, nicht ärgern
      Michael

    • @herb
      Das Spiel spielst Du doch auch, Stichwort Netzwerk ;-)
      @Michael
      Stimmt.
      Das ist aber doch grundsätzlich auch Spam, nur auf einer anderen Ebene.
      Ein Autor, der nur Inhalte produzieren möchte, achtet nicht auf die Keyword-Density. Und aus diesen onpage durchoptimierten Seiten werden dann wiederum Netzwerke gebildet.
      Ich ärger’ mich nicht (immer). Manchmal macht’s auch Spaß ;-)

    • Klaus-Peter sagt:

      Und es ist nun mal so, dass zwar Viele Bandscheiben-Beschwerden haben, aber wenige auf die Idee kommen, “Bandscheiben” in die Suchmaschine einzugeben, sonst hättest Du, auf Platz 9 mit “Bandscheiben”, mehr Aufrufe für Bandscheiben. Aber an Feiertagen spüren die Leute wieder ihre Kreuzschmerzen – das Wort war doch wohl auch auf der Liste?
      Jedenfalls bist Du mit “Bandscheiben” weiter als ich mit Diät…
      Später mehr. Ein bisschen Optimierung muss sein, zu viel: Der Spass hört auf. Spam im Sinn von unethischer Optimierung machst Du ja nicht.

    • Klaus-Peter sagt:

      — habe gerade noch mal meine Adresse berichtigt…

    • @Klaus-Peter
      Bandscheiben habe ich von der Liste gestrichen. Der “Spam-Aufwand” steht in keiner Relation zur Anzahl der Besucher.
      “Diät” spielt hierbei in einer ganz anderen Liga. Die Top-Position ist mit normalen Mitteln nicht zu realisieren. Wenn man bedenkt, das Platz 5 für diesen (Single-)Key “nur” ca. 400 Besucher am Tag generiert, ist jede Anstrengung in diese Richtung verschwendeter Motivationssaft (weil zu hoher Aufwand angesichts der Konkurrenz). Es sei denn, das Ego braucht’s – in diesem Fall lohnt sich die Anstrengung ;-)

    • Leider ist es inzwischen so, dass auf fast jedes nur erdenkliche Keywort optimiert wird. Ob es Sinn oder Unsinnig ist, ist dabei erstmal zweitens. Hauptsache man ht eine gute Position, etwas anbieten dazu kann man ja später noch…

    • Ich fass’ es nicht *kopfschüttel*

    • Bernhard sagt:

      Das Spammen soll sich ja mit der Einführung des “semantischen Web” ohnehin erledigt haben, denn dann zählen nur noch contentrelevante Links von thematisch passenden Seiten. Und das wird die Suchergebnisse richtig heftig durcheinanderwirbeln.

    • Ich bin rein zufällig auf diesen Bericht gestoßen, meine Kenntnisse sind diesbezüglich eher begrenzt, dennoch muss man feststellen das solche Hilferufe auf Dauer ein Rückenleiden nach sich ziehen können! Google und die Geister die ich rief! Das Durcheinander und der offensichtliche Existenzkampf wird vor allem im Netz recht offen ausgetragen was Blogs wie diesem auf Dauer schadet. Lösungen gibt es da wohl kaum.

    • Thorsten sagt:

      Was hier wie Existenzkampf aussieht, ist glaube ich eher sowas wie Sport. Mir ginge diese Art der sagen wir mal Optimierung allerdings auch deutlich zu weit.
      “Google und die Geister die ich rief” – den Gedanken hatte ich auch schon oft. Die Metapher gefällt mir.

    • ^^ Hatte leider noch keine Zeit, Marion zu antworten, Thorsten, aber tendenziell hat Deine Vermutung durchaus ihre Berechtigung ;-)

      Vielleicht ist der Beitrag auch etwas zu “melancholisch” in der Gesamtheit formuliert.
      Was mich grundsätzlich – und ich muß dieses Wort leider nochmals gebrauchen – ankotzt, ist die nicht vorhandene Option, eine dummdreist (aber zugleich intensiv-) vernetzte Seite mit fairen inhaltlichen Mitteln niederkämpfen zu können.
      Du kannst grundsätzlich noch so viel Arbeit hineinstecken und wirst von einer peinlichen Aneinanderreigung von wertlosem Textsalat “weggehauen”, wenn sie von einigen Stellen verlinkt wird.
      Das soll keine persönliche Jammerorgie sein, sondern ist schlichtweg eine Tatsache, die für sämtliche Betreiber von Webseiten zutrifft.

      Langfristig kann Content kein King sein, denn der Algorithmus von Google ist eben nur im längsten Long Tail auf Content ausgelegt. Die wirklich guten Keys werden von unnatürlichen Verlinkungsmechanismen dominiert.

      Und das geht mir ziemlich auf den Senkel, weil Du/wir/ich genötigt werden, diese Pseudo-Ethik zu fahren. Fair kämpfen, aber doch nicht wirklich fair sein. Sich der Herausforderung stellen, wissend, daß dabei nicht der beste Inhalt, sondern die beste (unnatürliche) Verlinkung dominieren wird.

      Für wirklich faire Seiten bleibt aus meiner Sicht nur der Long Tail. Und weil der echte Long Tail sich oftmals aus echten Inhalte zusammensetzt, muß Inhalt produziert werden, was wiederum sehr zeitaufwändig ist und umfangreiche Recherchen erfordert. Diese Zeit fehlt dann wieder im “Short Tail” der über einige Positionierungen die Unterstützung für den Long Tail bildet …..

      *katzeindenschwanzbeiss*

    • Toner sagt:

      Bin zufllig auf deien Blog gestoßen.Sehr schön geschriebener Artikel. Muss sagen heutzutage ist das einfach so.

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