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Hallux valgus und Rückenschmerzen

25. Februar 2009 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Medizin, Rückenschmerzen

In einer Unterhaltung zum Thema Rückenschmerzen kam gestern auch die Zehenfehlstellung Hallux valgus zur Sprache.

Dabei handelt es sich um eine (besonders häufig bei Frauen auftretende) Fehlstellung der Großzehe, die, u.a. bedingt durch den vorzeitigen Verschleiß des Gelenkknorpels im Großzehengrundgelenk, durchaus deutliche Beschwerden beim Gehen verursachen kann.

Nun werden die meisten Betroffenen bei einer isoliert am Fuß auftretenden Schmerzsymptomatik kaum einen Zusammenhang zu anderen Beschwerdebildern herstellen, aber besonders bei einer Beeinträchtigung des “Bewegungs-Fundaments” (Fuß) kann im zeitlichen Verlauf mit Konsequenzen für die darüber liegenden Gelenke gerechnet werden. Hierbei ist es (bzgl. der darüber liegenden Etagen) zweitrangig, ob das veränderte Bewegungs-/Abrollverhalten durch eine Fehlstellung im Sprunggelenk oder z. B. durch einen Hallux valgus ausgelöst wird, denn hinsichtlich der biomechanischen Konsequenzen zählt für Knie, Hüftgelenk und Becken/Lendenwirbelsäule nur, was “von unten nach oben weitergeleitet” wird. Kann nicht mehr sauber abgerollt werden, wird dieses Defizit zuerst über das Knie (ggf. vorher die Sprungelenke), dann über Hüfte mit Becken und im Anschluß daran über die Lendenwirbelsäule kompensiert.

Schematisch kann hierbei immer wieder auf ein einfaches Modell zurückgegriffen werde, das bereits in einem früheren Artikel zum Einsatz kam:

Ohne Hallux valgus und Fehlstellungen

Im Idealfall befinden sich die drei beschriebenen Gelenke (auch in Bewegung) in einer Achse. Ändert sich nun die Position des unteren Punktes, weil (bedingt durch den Hallux valgus) der Fuß beim Abrollen nach außen gedreht wird und das Sprunggelenk sich tendentiell nach innen schiebt, kann schnell folgendes Bild entstehen,

Hallux valgus schematisch

wobei es hierbei noch um eine wenig extreme Ausbildung eines Kompensationsverhaltens handelt.

Die Kette setzt sich nach der Hüfte selbstverständlich weiter nach oben fort. Als nächstes könnte man die Beckenachse und Lendenwirbelsäule betrachten und ggf. im Rahmen einer Gang- oder Laufanalyse dokumentieren, was sich dort im Vergleich zum Idealtypus zeigt.

Hallux und Beckenachse

Leider sind in der Regel keine Vergleichswerte vom Zeitpunkt vor des sich entwickelnden Hallux valgus verfügbar. Zudem handelt es sich oft um einen schleichenden Prozeß, bei dem sich die Fehlstellung immer weiter verstärkt. Es wäre weiterhin möglich, daß eine Fehlstellung im Fuß/Sprunggelenk über die Jahre zu Rückenbeschwerden geführt haben könnte oder sogar mitverantwortlich für die Entwicklung der Fehlstellung der Großzehe war.

Was aber auch immer diagnostiziert oder analysiert wird – grundsätzlich sollten bei Rückenschmerzen die Füße einer eingehenden Kontrolle unterzogen werden ;-)

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