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Google Trends als Krankheits-Detektiv

27. Februar 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Kurioses, Medizin

These: Gewisse Erkrankungen haben saisonalen Charakter, andere quälen uns ganzjährig.

Beweisführung:

  • ad 1: Fußpilz:
    Bösartige Invasoren der Haut zwischen den Fußzehen. Fallen anscheinend bevorzugt in der Sommerzeit über die Bevölkerung her. Tatort vermutlich Freibäder.

    fußpilz

  • ad 2: Bronchitis:
    Meist hartnäckige Erkrankung der oberen Atemwege. Im Gegensatz zum Fußpilz hauptsächlich in den Wintermonaten anzutreffen.
    Deutlicher Anstieg der Suchabfragen schon im Herbst.

    bronchitis

    Interessanter Weise eine hohe Anzahl von Abfragen in den Karnevalshochburgen Düsseldorf und Mainz.
    Potentieller Zusammenhang mit den Faschings-Feierlichkeiten und der damit verbundenen Ansteckungs-Häufigkeit ;-)

    bronchitis 2

  • ad 3: Sonnenbrand
    Klar, im Sommer ! Aber spricht Google die Wahrheit ?

    sonnenbrand

    Mal schauen, wo und an welchem Tag im Sommer nach ‘Sonnenbrand’ gesucht wurde.
    Frankfurt und München, um den 11. Juni 2006 sprunghafter Anstieg der Suchabfragen.

    sonnenbrand 2

    Und, kann das stimmen ? Wetteronline hilft weiter:

    temperaturen

    Stimmt ! Im Jahr 2006 lud das Wochenende 10./11.06 erstmalig für diesen Monat zu einem Schwimmbad-Besuch ein.
    Und alle haben sich einen fetten Sonnenbrand geholt.

  • ad 4: Aids
    Hat keine Saison. Sollte es aber. Im Prinzip ganzjährig und weltweit. Gute Informationspolitik ? Desinteresse ? Verdrängung ? Lediglich zu bestimmten Aktionstagen steigt die Anzahl der Suchanfragen sprunghaft an, nur um sofort mit gleicher ‘Intensität’ abzufallen. Eigentlich müßtenach HIV gesucht werden, ich weiß. Aber ich glaube, die Mehrzahl gibt ‘Aids’ als Suchbegriff ein.

    aids

  • ad 5: Rückenschmerzen
    Scheint auch keine Saison zu haben. Tritt ganzjährig mit einigen Spitzen auf. Allerdings gibt es einen Peak im 3. Quartal 2005. Auch nach längerer Recherche ist es mir nicht gelungen, dies einem bestimmten Faktor zuzuordnen. Vielleicht einfach Zufall.

    rueckenschmerzen

    Allerdings gibt es bei den UK- und US-Abfragen etwa zur gleichen Zeit ebenfalls einen Peak

    US-Abfragen:
    back pain
    UK-Abfragen:
    backpain

Zufall ? Oder X-Akten ?

Kommentare:

3 Kommentare zu “Google Trends als Krankheits-Detektiv”
    • Detektei sagt:

      Bei der Beauftragung eines Detektivs kommt es zwischen dem Kunden und dem Detektiv in der Regel zu einem Dienstvertrag gemäß BGB.

    • Sehr gut erkannt
      Mittels Google Trends lassen sich so einige Dinge erkennen wie z.B. ob eine Grippe-Welle auf uns zukommt, denn je höher das Suchvolumen ist desto mehr sind wahrscheinlich auch krank.

Trackbacks

Das sagen andere Blogs zu diesem Artikel:
  1. [...] Also steigende Tendenz für Rückenschmerzen ab 2002. 2008 habe ich hinzu genommen, um eine potentielle Zufälligkeit in den Jahreszahlen zu ‘falsifizieren’. Wären die Jahreszahlen in Verbindung mit dem Suchbegriff nicht relevant, müßte es für “Rückenschmerzen 2008″ ähnlich viele Treffer wie für die anderen Kombinationen geben. [...]



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