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Glaubwürdigkeit von Gesundheitsinformationen

19. November 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Internet, Medizin

Heute morgen wurde im ZDF Morgenmagazin ein Beitrag ausgestrahlt, in dem auf die Qualität und Glaubwürdigkeit von Gesundheitsseiten im Internet (der sog. Doktor Google) eingegangen wurde. Auf der verlinkten Seite des ZDF finden sich Informationen, über die laut ZDF eine bessere Einordnung von Internetangeboten bzgl. o.g. Kriterien möglich sein kann.

Unabhängig davon interessiert mich persönlich aber, was Gesundheits-Webseiten für den Surfer glaub- und vertrauenswürdig macht. Dabei meine ich nicht die großen Gesundheitsportale, sondern vielmehr die unzähligen “kleinen und mittleren” Seiten, auf denen von Firmen und Privatpersonen zu medizinischen und gesundheitlichen Themen “referiert” wird.
Was bewegt den Suchenden, einem Grafiker, der zu medizinischen Themen schreibt, Glauben zu schenken? Wie kann ein Betriebswirt Ratschläge zur Therapie von Sportverletzungen abgeben, wenn er nicht gerade in einer langjährigen Karriere als Profisportler das komplette medizinische Programm durchlaufen hat?

Schaut eingentlich keiner der Suchenden ins Impressum, in dem bei seriösen gesundheitlichen Angeboten meist auch die berufliche Qualifikation des Seitenbetreibers aufgeführt ist? Oder ist das egal, wenn das optische Erscheinungsbild der Seite einen glaubwürdigen Eindruck vermittelt? Ist es gut, wenn ein “Dr. med.” im Impressum steht oder schreckt das in manchen Fällen eher ab? Ist der Community- oder Foren-Charakter ausschlaggebend, also eine riesiger Haufen Betroffener, die sich gegenseitig Tipps geben oder ggf. Angst machen? Läßt sich mit Laien leichter diskutieren, als mit Experten?

Was bewegt die Leute, manchen unterirdisch unqualifizierten Tipps zu folgen, manchmal aber gute Infos konsquent zu ignorieren?

Was denkt Ihr, welche Kriterien die Glaubwürdigkeit von Gesundheitsinformationen ausmachen?

Kommentare:

5 Kommentare zu “Glaubwürdigkeit von Gesundheitsinformationen”
    • Elmar sagt:

      Das Problem ist, dass jeder eine message hat, die nicht zwingend der neutralen Information dient. Der Grafiker hat schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht und schreibt deswegen aus Sicht des Schulmediziners schwer erträglichen Esotherik-Kram. Der Medizin-Profi hingegen betreibt subtile Aquise.

      Andere haben einfach ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein und schreiben über medizinische Themen entweder, weil sie sich beruflich damit auskennen, oder weil sie meinen, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Sie ergehen sich aber hauptsächlich in ihrem Egotrip.

      Eine weitere Gruppe meist medizinisch Vorbelasteter arbeitet sich an seinem Helfer-Syndrom ab.

      Die vierte Gruppe produzieren MfA-Seiten und das Thema ist ihnen egal, Hauptsache die Keywords sind teuer genug.

      Der über Google kommende Besucher kann diese Motivationen nicht schnell voneinander unterscheiden und eine Beurteilung der Qualität ist auf die Schnelle nicht möglich.

      Von Vorteil sind chronische Erkrankungen (Rückenschmerzen, underfüllter Kinderwunsch). Hier sind die Besucher immer wieder auf der Suche nach neuen Infos und können daher die guten von den schlechten Seiten unterscheiden, weil sie schon zahllose aufgesucht haben. Und wenn sie die Seite dann immer mal wieder besuchen (=chronische Erkrankung), dann erst wird es ihnen gelingen, die seriösen Infos von anderen zu unterscheiden und auch die Person hinter dem Ganzen richtig einzuschätzen.

      Ein Dr. med. im Impressum ist sicherlich hilfreich…

      Und Community ist ein Faktor, der unabhängig vom Betreiber (abgesehen von seinen Moderationskünsten) funktioniert. aber auch hier wird die Seite zur akuten Blinddarmentzündung der über rheumatische Erkrankungen unterlegen sein.

      Elmar, der sein Elaborat nicht mehr Korrektur gelesen hat

    • Wow – der Kommentar hat ja fast schon Ebook-Format ;-)

      Auch wenn alles stimmt, was Du sagst, habe ich trotzdem manchmal den Eindruck, daß gerade bei inhaltlich “oberflächlichen” Seiten irgendetwas die Besucher länger (und häufiger) verweilen läßt. Ist das der “Bild-Faktor”? Und falls der eher leichte Konsum des Geschriebenen zu häufigeren und längeren Besuchen verleiten sollte – wie muß die Information aufbereitet sein, um trotzdem einen “Trust” beim Besucher zu generieren?

      Ich frage mich einfach, was den spontanen Vertrauenskick generiert.

    • Horst sagt:

      Ich bin zwar kein Grafiker, aber als (ehemaliger) Programmierer vermutlich auch nicht besser. 8-)

      Ein Dr. wirkt natürlich seriöser, aber das nutzt der breiten Masse auch nichts, wenn dieser sich in Fachbegriffen verliert. Deswegen halte ich es für legitim, wenn auch ein Laie schreibt. Der versteht es vielleicht besser, seiner Zielgruppe Dinge verständlich zu machen.

      Ansonsten macht das Design der Seite schon enorm viel aus. Aber auch der Inhalt. Im “Geld-verdienen-mit-Blogs”-Bereich gibt es viele, wo man den Eindruck hat, der Betreiber hat gerade Teenager-Niveau. Das wirkt nicht seriös. Medizinische Informationen würde einem so keine abnehmen.

      Was gut kommt, ist natürlich eine persönliche Erklärung warum man und über was man schreibt. Auch ein möglichst starkes Beibehalten des eigentlichen Themas ist wichtig. Und natürlich möglichst überall die Quellen anzugeben. Wobei das jetzt nur so die Dinge sind, an die ich mich versuche zu halten. Ich kann eben keinen Doktor-Titel sondern höchstens ein verfasstes Buch in die Waagschale werfen.

    • Gute Seiten von Betroffenen ohne fachlichen Hintergrund finde ich generell auch vollkommen in Ordnung, Horst.
      Aber auch da würde ich persönlich (wie Du schon sagst) eine größmögliche Transparenz erwarten. Spricht überhaupt nichts dagegen zu sagen “ich bin kein Physio, aber nach 4 Kreuzbandoperationen inkl. Komplikationen mit anschließender Reha weiß ich, wie man wieder fit wird und welche Behandlungen idR gut anschlagen”.

    • Horst sagt:

      Na da habe ich es leicht. Ich esse bereits seit 37 Jahren jeden Tag. 8-)

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