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Gesundheitsblogs pathologisch schwach

5. September 2008 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Internet, Medizin

Gestern hat Robert mal wieder einen Blick auf die Statistiken von Blogoscoop geworfen, wobei er sich besonders für das geschlechtsspezifische Tagging interessierte.

Interessiert mich jetzt nicht besonders, vielmehr begebe ich mich auf die Suche nach den Gesundheitstags, die in der ersten Tag-Cloud leider nicht zu finden sind. Also den Auflösungsregler “etwas” nach rechts bewegen … und tatsächlich, es gibt sie:

blogoscoop gesundheit

Kaum zu erkennen zwar, aber immerhin haben 17 von aktuell 2297 registrierten Bloggern (also 0,74%) angegeben, daß ihr Blog irgendetwas mit dem Thema Gesundheit zu tun hat.

Werfen wir einen Blick auf die kumulierten Seitenansichten (SA) und setzen die Zahlen in Relation zu zwei populären Themen:

  • Webdesign (557.873 SA bei 77 getaggten Blogs)
  • WordPress (299.611 SA bei 53 getaggten Blogs)
  • Gesundheit (150.809 SA bei 17 getaggten Blogs)

Sieht auf den ersten Blick (absolute Zahlen) ziemlich pathologisch aus, aber bei ein wenig (schön-)rechnen ergibt sich folgendes Bild:

Die mit dem jeweiligen Tag versehenen Blogs erzielen im Schnitt:

  • Tag “Webdesign”: durchschnittlich 7245 SA pro Blog
  • Tag “WordPress”: durchschnittlich 5653 SA pro Blog
  • Tag “Gesundheit”: durchschnittlich 8871 SA pro Blog

Da sollte man doch meinen, daß Gesundheit eigentlich gar nicht so schlecht dasteht. Stimmt aber nicht, weil wenige Blogs (zukünftig wohl insbesondere der t-online Appendix) mit hohen Besucherzahlen bei gleichzeitig geringer Anzahl mit “Gesundheit” getaggter Blogs das Bild verzerren. In Wirklichkeit fehlt die Breite, wie ein Blick auf die Einzelansichten der Blogs zeigt. Die Zahlen für “Webdesign” und “WordPress” sind für einen Vergleich übrigens auch nicht repräsentativ, weil einige gelistete (und populäre) Blogs anscheinend keine Zahlen abliefern und dementsprechend die Statistik verfälschen.

Wie sieht die Wirklichkeit für die Gesundheitsblogs aus?

Um zu veranschaulichen, wie es tatsächlich um diesen Teil der Blogosphäre bestellt ist, werfen wir exemplarisch einen Blick auf zwei beliebte Seiten ;-) :

Mag sein, daß ich etwas übersehen habe, aber findet Ihr dort auch nur ein gesundheitlich orientiertes Weblog?
Nö, diskutiert, gepingt und getrackbackt und wird offensichtlich an anderen Stellen über ganz andere Themen.
Komisch eigentlich, denn wenn man sich anschaut, was bei Google so abgeht (bleiben wir beim Vergleich “Gesundheit”, “WordPress”, “Webdesign” und nehmen noch “Diät” als Suchbegriff hinzu), ist ganz klar zu erkennen, wer im Internet/bei den Blogs die Nase vorn haben müßte (auch im Hinblick auf den Longtail, z.B. beim Thema Diät):

Vergleich

“Die Gesundheitsblogs” sollten doch eigentlich aus allen Nähten platzen – tun sie aber nicht, obwohl es bei jedem noch so kleinen Zipperlein Tausende von Betroffenen gibt, die ziellos im Gesundheitsweb umherirren.

Woran mag das liegen?
Sind Gesundheitsblogger die mieseren Schreiberlinge? Werden Blogs im Kontext Gesundheit nicht als verläßliche bzw. seriöse Quelle wahrgenommen? Sind die Artikel inhaltlich grundsätzlich so abgeschlossen, daß kein Diskussionsbedarf mehr besteht? Redet “man” nicht gern über gesundheitliche Probleme (-> kann nicht sein, die Foren beweisen das Gegenteil)? Entspricht die Struktur von Blogs nicht den Erwartungen der Zielgruppen? [...]

Ein Problem ist mit Sicherheit mit mangelnde Vernetzung untereinander, die allerdings durchaus nachvollziehbar ist, denn aus welchem Grund sollte schon eine “Wurzelbehandlung” einen “Tennisarm” pingen? Was hat die Depression mit Ergonomie am Hut? Für Gesundheitsblogger gibt es eben kein “Google Chrome” oder “WordPress 2.6.”, über das jeder schreiben und auf den anderen verweisen kann. Es fehlen das Bashing bzw. die Skandale und keine seriöse Gesundheits-Seite macht eben mal die anderen so richtig zur Sau. Man wird ja schon schief angeschaut, wenn man auf das Platzieren von Keywords bedacht ist oder eines der Web 2.0, Design etc. Blogs pingt.

Die Lösung?
Hab’ ich nicht, obwohl ich schon eine geraume Zeit über Strategien nachdenke. Aber großes Potential ist vorhanden, soviel steht fest.

Kommentare:

23 Kommentare zu “Gesundheitsblogs pathologisch schwach”
    • Thorsten sagt:

      Eine tellerübergreifende Maßnahme wäre für den Anfang eine themenorientierte Blogroll in den jeweiligen Blogs. Was spricht dagegen, daß ein Blog über Zahnbehandlung in der Blogroll nach Themen sortierte Links bietet, z.B. Ernährung, Fitness usw…

      Gesundheitsblogs setzt Euch zusammen. Ein Gewinn für alle, win-win.

    • Stimmt, meine ist auch recht ungeordnet – werde morgen mal in der Blogroll sortieren und aufstocken.

    • Thorsten sagt:

      Meeting der Gesundheitsblogger? Mit einem starken Partner wie imedo *wink* doch bestimmt gut zu organisieren. Sponsoren sind wahrscheinlich auch kein Problem ;)

    • Klaus-Peter sagt:

      @ Thorsten: Wirst Du schon gesponsort? ;-)

      @ Christoph: Mit Deinem Beispiel der Blogroll auf einer Extra-Seite bieten sich allerdings ungeahnte Möglichkeiten…

    • Das Budget bei denen ist bestimmt jetzt durch die Awards erschöpft ;-)
      Aber vielleicht liest ja jemand mit … die Kosten würden sich jedenfalls in Grenzen halten – so groß ist die wirklich aktive Szene ja nicht ;-)

    • @KP
      … wobei es prinzipiell sinnvoller ist, dies auf anderen Wegen zu lösen.
      Bei Seiten, die ein Listenformat aufweisen, sind die Möglichkeiten eher begrenzt *räusper*.
      Die Blogroll sehe ich eher als eine zusätzliche Maßnahme/Ergänzung an.

    • Pflasti sagt:

      Gerne nehm ich euch alle in meine Blogroll auf, das müsste natürlich auf Gegenseitigkeit beruhren, aber von Fairness gehe ich bei euch einfach mal aus. *g*
      Nehmt doch über http://www.krankenschwester-blog.de einfach Kontakt zu mir auf und ich setz euch in die Liste ;-)

      Würd mich freun von euch zu hören! Im Übrigen: Skandalöses gibts im Gesundheitswesen doch genug, traut sich nur irgendwie keiner darüber zu berichten.

    • Vernetzung sollte aus meiner Sicht nicht als reine Linktauschmaßnahme (miß-)verstanden werden, Pflasti.

      Wenn Dir gefällt, was die Anderen oder ich schreiben, kannst Du gerne Deine Blogroll erweitern.
      Und vielleicht erweitern andere dann auch irgendwann die Blogroll ;-)

    • Selbstverständlich möchte ich “Vernetzung” nicht nur als Linktausch verstanden haben, aber gegen eine Verlinkung “guter” Blogs innerhalb eines Themenbereiches (z.B. dem Gesunheitsbereich) ist doch nichts daran auszusetzen.

      Jedoch denke ich auch, dass es bei einer solchen Verlinkung fair zugehen sollte und somit nicht mit Links gegeizt werden darf. Letzten Endes kann ich aber auch nur solche Blogs verlinken, von denen ich weiß, dass Sie existieren. Und hier fängt doch das “Netzwerken” an. Der erste Schritt zur Verlinkung passiert doch genau mit dieser Kontaktaufnahme hier und dem Wunsch verlinkt zu werden ;-)

      Viele Grüße

    • Schau Dich bitte hier im Blog um, und Du wirst sehen, daß ich an den entsprechenden Stellen nicht mit Links geize.

      Aber Netzwerken beginnt mit Kennenlernen, und beim Kennenlernen falle ich beim ersten Date nicht “mit dem Link ins Haus” ;-)

    • Thorsten sagt:

      Netzwerken beginnt mit Kennenlernen, und beim Kennenlernen falle ich beim ersten Date nicht “mit dem Link ins Haus”

      Schön formuliert und btw. sehe ich das auch so.

    • Runa Sophie sagt:

      @ Thorsten: Um deinen *wink* einmal aufzugreifen:

      Ein Meeting der Gesundheitsblogger..die Idee klingt ja recht spannend. Wie könnte das aussehen? Was würden wir aus einer solchen Veranstaltung mitnehmen?

    • Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war, Runa Sophie:
      Unterhaltungen, Händeschütteln, Stimmen, Gesichter, Menschen, Greifbares, Inspiration, Lob, Kritik … (∞)

    • Ursula sagt:

      Tolle antwort.:# # Christoph Weigand am 8.September 2008 11:55

      Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war, Runa Sophie:
      Unterhaltungen, Händeschütteln, Stimmen, Gesichter, Menschen, Greifbares, Inspiration, Lob, Kritik … (∞)

      Jaja wenn es denn mal so wäre dann wären wir Nutzer wirklich recht glücklich…
      Ist es aber nicht euer Geschäft ist wichtiger und sehr unfair oft geld regiert eben auch die gesundheitscommunitys…
      [Edit by Admin]
      Man siehe dazu :
      http: //blase2null.wordpress.com/2008/05/15/
      imedo-hetzt-anwalt-auf-blase2null/#comment-3356

      Die Idee als soches ist nicht schlecht aber bitte darauf achten wer dann das SAGEN hat…

    • @Ursula
      Ich habe keinen Einblick in die Community bei imedo, da ich dort nicht am Geschehen teilnehme. Dementsprechend kann ich mir über Vorgänge innerhalb der Community kein Urteil bilden.
      Die Teile Deines Kommentars, die mir ad hoc als unangemessen hinsichtlich der Überprüfbarkeit erscheinen, habe ich editiert.

    • Antje sagt:

      Drei Thesen:

      1. Das Thema Gesundheit ist deshalb schlecht in der blogsphäre, weil zu allererst Gesundheit etwas mit Wissen und Kompetenz zu tun hat. Bei vielen anderen blogs kann jeder viel behaupten und recherchieren, sich in Themen wie SEO oder Marketing superschnell einarbeiten, so dass er schnelle als Experte er- und anerkannt werden kann. Dies geht bei Gesundheitsthemen nun nicht, da braucht man deutlich mehr Speck! Dies erkennt man auch den gesundheitsportalen an, die weniger von ärzten betrieben werden, denn von BWLern.

      2. Die Personen, die diese Kompetenz haben (z.B Ärzte) haben alles andere als Zeit sich in blogs oder im Netz rumzutreiben, weil es kein kickback auf das business gibt. Man generiert keine Aufträge oder hat irgendeinen anderen Vorteil.

      3. Genau umgekehrt ist es für einen anderen Teil der Gesundheitsthemen. Da ich über gute Gesundheitsblogs schnell Geld verdienen kann (z.B. Affiliate mit Versandapotheken), haben diese blogs kaum Zeit zu reifen, sie werden superschnell monetarisiert.
      Und darin liegt das Problem – diesen blogs erkennt man sofort an, dass sie von Vertretern der These 1 geschrieben werden. Sie sind komptenzlos und wenig hilfreich.

      Gesundheit wird ein Randthema in der Blogsphäre bleiben, weil es zu viele Themen gibt, die nur in wenigen Details abgearbeitet werden können und deshalb nur ein Spezialpublikum hat. Oder welcher “normale user” will sich mit Migräne beschäftigen, wenn er sie nicht hat? Da bringt auch ein Treffen wenig

    • Ich gebe Antje recht die Ihre 3 Punkte gut agumentiert hat!

      Man erkennt zugleich auch schnell wenn es laien machen also ein Gesunhdeitsblog zu erstellen oder Themen um die Gesundheitherum anbieten!

      Wobei ich bei Punkt 2 anderer Meinung bin Ärzte bloggen durchaus gerne viele Ärzte haben immer mehr eigene kleine Webseiten und ich denke Bloggen macht doch jeder gern?

      Seiten die mit Hohn ausgezeichnet sind, sind deshalb eine guter Indiez dafür dieser Seite zu trauen!

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