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Gentest vor Bandscheibenoperationen

3. Februar 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Medizin

Ganz was Neues von der ‘Bandscheibenfront’:

Mit speziellen Gentests wollen Orthopäden schon bald Therapieerfolge präziser voraussagen und damit frühzeitig die beste Behandlungsart für jeden einzelnen Patienten finden. « Zum Beispiel geht es darum, ob bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation oder eine konservative Therapie besser wirken würde », erklärt der Leiter des Arbeitskreises Gentherapie und Molekularbiologie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie, Peter Wehling. Aber auch mögliche Probleme etwa bei einer Knie- oder Hüft-Endoprothese sollen künftig exakter prognostiziert werden können. net-tribune.de

Allerdings erschließt sich mir nach Lektüre des kompletten Artikels der Sinn dieses Gentests nicht vollumfänglich.
Mit Hilfe des Gentests sollen also die Variationen der ca. 30 vorhandenen Schmerzgene bestimmt werden. Imho bestimmt die jeweilige Zusammensetzung oder Kombination dieser Gene meine (Eure) jeweilige Schmerzempfindlichkeit.
O.k. – es wird dann meinetwegen anhand des Gentests festgestellt, daß jemand sehr schmerzempfindlich ist. Welche Konsequenz hat das dann für eine Entscheidung pro/contra Operation ?
Ich versuche, das mal über mein normales Verständnis abzuleiten:

  • Wenn ich nicht schmerzemfindlich bin, belasten mich z. B. die Schmerzen bei einem vorliegenden Bandscheibenvorfall nicht so stark (bzw. ich empfinde dann ja ohnehin weniger Schmerzen, die mich dementsprechend gar nicht belasten können). Also -> keine Operation, weil mit geringeren ‘Kollateralschäden’ zu rechnen ist (keine Schonhaltung, keine Depressionen, keine Gewichtszunahme aufgrund mangelnder Bewegung, kein circulus vitiosus usw.) ?
  • Wenn ich schmerzempfindlich bin, ist damit zu rechnen, daß ich zukünftig meine Bahnen im Schmerz-Teufelskreis ziehe. Also -> Operation, um die Schmerzen schnell zu beheben und somit eine Entlastung zu schaffen und eine langjährige Leidenszeit zu vermeiden ?

Interpretiert Ihr das ebenso, oder mache ich hier einen Denkfehler ?
Im Artikel wird weiterhin argumentiert, daß nach Aussage von Kritikern 60-80 % aller Bandscheibenoperationen unnötig seien, da mit einem chirurgischen Eingriff die Schmerzen nicht dauerhaft beseitigt werden können bzw. eine konservative Behandlung die bessere Alternative sei.
Wie passt das jetzt in den Kontext Gentest ? Ich will hier nicht ‘rumnörgeln, sondern verstehe es einfach nicht.
Diese 60-80 % spiegeln doch sicher nicht den Anteil der Gen-Schmerzunempfindlichen wider !? Was soll dann zukünftig ein Gentest aussagen ?
Hätten die Kritiker von Bandscheibenoperationen Recht, wären doch Operationen unabhängig vom Genstatus überflüssig…

Ich hasse es, wenn Artikel oder Pressemeldungen mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten.
Aber vielleicht liest ja irgendwann einer der erwähnten Forscher diesen Beitrag und kann mein Verständnis-Dunkel etwas aufhellen ;-)

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