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Fitness 2.0

15. Dezember 2006 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Sportliches

Im November hat Vitalgenuss auf das Online-Fitnessstudio gimme20.com aufmerksam gemacht.
Ich wollte nicht gleich meine Meinung hierzu abgeben, sondern habe das Angebot erst nochmal einen Monat beobachtet. Bei neuen Angeboten (wobei ich nicht weiß, wie lange das Angebot tatsächlich besteht), ergeben sich ja manchmal sehr schnell einschneidende Veränderungen. gimme20
Wayback läßt vermuten, daß es erst vor kurzem aufgesetzt wurde (2004 hatte nichts mit dem derzeitigen Angebot zu tun).
Auch die zweinullige Grafik folgt wohl dem Trend dieses Jahres. Community und socializing ist ‘in’. Mir sieht das alles irgendwie ein wenig zu schablonenhaft aus. Scheint fast, als hätten die Betreiber diesen netten Dienst (via im web gefunden) zur Erstellung der Webseite benutzt.

Aber zurück zu potentiellen Mehrwert des Dienstes.
Es geht u.a. darum, bestehende Trainingspläne mit den jeweiligen Übungen einsehen zu können (zu einzelnen Muskelgruppen werden die entsprechenden Übungen demonstriert). Aus diesen Übungen kann man sich dann z. B. seine eigene Exercise Routine, sein individuelles Übungsprogramm, zusammenstellen.
Ich will gar nicht weiter auf selbst zusammengeschusterte Trainingspläne eingehen. Ich muß da immer an Selbstmedikation und ihre möglichen Folgen denken.
Gehen wir einfach von trainingserfahrenen Nutzern aus (was eigentlich nicht vorausgesetzt werden darf – denn bei bei Gesundheitsangeboten sollte man immer den ‘worst case’ im Auge behalten).
Dieser trainingserfahrene Nutzer kann sich also die jeweiligen Bildchen ansehen. Bildchen ! Für mich müssen solche Angebote immer Clips im Angebot haben. Es ist nicht ausreichend, z. B. Anfangs- und Endposition einer Bewegungsfolge zu präsentieren, denn was passiert eigentlich in der Zeit dazwischen. Gut, es ist leicht zu erahnen, welche Übung angedeutet werden soll, aber Bewegungen weisen immer eine komplexe Struktur auf, die nur schwer über Bilder vermittelt werden kann.
Dann zu den Bildern:
Wenn schon ausschließlich Momentaufnahmen, dann wenigstens in Trainingsbekleidung, bei der auch möglichst viel zu sehen ist. Hier meine ich nicht nackte Haut, sondern Gelenke, Winkelstellungen, Beckenposition etc.
In langen Hosen, Kapuzenpullis und konstrastarmer Kleidung ist das schwer zu realisieren.
Auch mir sind diesbezüglich bei meinen Videos einige Patzer unterlaufen, die ich bei der nächsten Aufnahmeserie korrigieren werde. Aber bei einem professionellen Anbieter sollte das nicht passieren.
Bei einigen Übungen wird nur eine Hantel als Bild(-beschreibung) eingeblendet – tz, tz.
Außerdem könnte es nicht schaden, wenn die Interessenten eine gesprochene Übungsbeschreibung erhalten. Wenn schon soviel Wert auf barrierefreies Webdesign gelegt wird, sollte man auch die Bedürfnisse sehbehinderter Sportler berücksichtigen. Die sollten Probleme mit den kleinen Bildchen bekommen.
Außerdem werden pauschal Belastungsdosierungen, Pausenzeiten usw. vorgegeben, die möglicherweise im Gesamtzusammenhang überhaupt nicht in das individuelle Trainingsprogramm passen. Erreiche ich bei Übung A mein gestecktes Ziel B ? Was ist überhaupt mein Ziel ? Haben alle, die dort mittrainieren die gleichen Ziele ? Welche können das sein ? Welche Trainingsziele gibt es überhaupt ? Was sind die Grundlagen des Trainings und der Trainingslehre ?
Wer solche Sachen nicht lesen möchte, soll es eben bleiben lassen – aber ein theoretischer Hintergrund muß in jedem Fall Bestandteil eines solchen Angebots sein.
Ich will das hier nicht verwissenschaftlichen, aber zu einem seriösen Trainingsportal gehört mehr als das, was ich hier sehe.

Fazit:
Die Idee einer solchen Community ist nicht schlecht, die Realisierung bedarf aber noch weitreichender Überarbeitung.
Wenn schon Web 2.0 dann bitte nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in der Gesamtheit des Angebots.

Logo copyright by gimme20.com

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