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Fahrrad: richtige Sitzposition

FahrradÜber die richtige bzw. optimale Sitzposition auf dem Fahrrad mache ich mir schon seit längerem Gedanken.
Mein letzter Fahrrad-Kauf lief eher unter subjektiven Gesichtspunkten ab, d.h. ich hatte einen bestimmten Hersteller im Visier und entschied mich nach mehreren kurzen Probefahrten für ein bestimmtes Modell.
Dabei versuchte ich während der Probefahrten das für mich passende Bike zu ‘erfühlen’, also subjektiv zu bewerten, bei welchem Fully ich mich im Sattel am besten aufgehoben fand.
Rückblickend kann ich sagen, daß dieses Auswahlkriterium zwar ein erster Schritt bei der Fahrradauswahl sein kann, ihm aber einige weitere folgen müssen, damit sich langjähriger, ungetrübter Fahrspaß einstellt. Mittlerweile weiß ich auch, daß ich damals falsch beraten wurde, der Verkäufer hätte auf die Auswahl eines anderen Herstellers bestehen müssen – aber lassen wir das.

Was war meine Intention beim Fahrradkauf ?
Ich wollte mich trotz meiner Rückenbeschwerden ein wenig sportlich betätigen. Deswegen dachte ich mit, ein vollgefedertes Mountainbike sollte diese Vorhaben unterstützen können. Gut gefedert, keine Schläge in den Rücken, eine aufrechtere Sitzposition als früher bei den Rennräder usw.
Prinzipiell ja auch kein schlechter Gedanke, trotzdem hätte ich jedes Modell auf viel längeren Strecken testen und besonderes Augenmerk auf die Rahmengeometrie richten sollen. Machte ich aber nicht, und so stellten sich nach den ersten 10 Kilometern massive Beschwerden in der Lendenwirbelsäule und an den Sitzbeinhöckern ein. Gut, ich dachte, ich müsse mich erst an die neue Belastung gewöhnen, aber die Beschwerden blieben bestehen. Der Händler änderte dann alle mögliche Teile und Einstellungen (Sattel – mehrfach, Vorbau, Sattelposition, Sattelneigung etc.) aber der richtige Erfolg wollte sich nicht einstellen. Zwar konnte ich ein paar Kilometer läner fahren, aber nie komplett schmerzfrei und insbesondere keine längeren Strecken. Und grundsätzlich war/ist der Tag nach diesen kleinen Ausflügen ein kompletter Horror – ich war/bin im Bereich der LWS (Lendenwirbelsäule) völlig eingesteift.

Konsequenz: das Fahrrad wird nicht mehr lange im Einsatz sein. Früher oder später verkaufe ich den Bock.
Allerdings werde ich mir beim nächsten Kauf gaaanz viel Zeit lassen und das Bike mit größter Sorgfalt auswählen. Insbesondere der Geometrie des Fahrrades gilt meine Aufmerksamkeit. Ich lasse mich vorher genau vermessen und mir ggf. einen Rahmen speziell anfertigen – mir egal, ob’s ein teurer Spaß wird.

Hinsichtlich der Sitzposition bin ich übrigens bei 2peak auf ein interessantes Tool zur Bestimmung der optimalen Sitzposition gestoßen.
In einem dort bereitgestellten Excel-Sheet lassen sich alle relevanten Körpermerkmale (Längen) eintragen und somit eine ideale Sitzposition bestimmen. Einfach die persönlichen eintragen und ihr bekommt die entsprechenden Werte geliefert. Cool !
Selbstverständlich mag es auch dann noch individuelle Abweichungen von der Norm geben, aber für mich werden diese Zahlen mit Sicherheit ein wichtiger Richtwert sein. Weitere Infos:

  • Einge grundlegenden Infos bzgl. Geometrie und Einstellmöglichkeiten sind unter moobix zu finden.
  • Trainingstipps für Rücken und Nacken auf bike-magazin.
  • Lustkiller Schmerz (bike-magazin)
  • Sitzen: schmerzfreie Ausrüstung (bike-magazin)
  • … und bestimmt viele mehr – ich nehme gerne die Vorschläge auf, wenn jemand gute Seiten kennt…

-> Augen auf beim Fahrradkauf *g*

Bild: jotpunkt – aboutpixel.de

Kommentare:

10 Kommentare zu “Fahrrad: richtige Sitzposition”
    • Boje sagt:

      Lustig, wollte Dich deshalb die nächsten Tage mal anschreiben und fragen ob Du über Infos bzgl. Radfahren und Rückenprobleme verfügst. Aber so gehts auch :-)
      Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß fast alle Fachverkäufer grob nach Körpergröße die Rahmengröße bestimmen und dann hat man den Salat. Bei meinem Crossbike (61) stimmt zwar die Rahmenhöhe , aber der Abstand zum Steuerrohr ist zu lang – wahrscheinlich habe ich in Relation zu meiner Länge zu kurze Arme… Das führte bei mir zu Problemen im Nacken.
      Seltsamerweise habe ich auf dem Rennrad mit deutlich kleinerer Rahmengröße (57) überhaupt keine Schwierigkeiten, und das bei brettharter Fahrweise.
      Natürlich kann man die Sitzergometrie der beiden Räder nicht vergleichen, aber anhand der deutlich verschiedenen Rahmengrößen kann man schon erkennen, daß die Größe und Konstruktion der individuellen Anpassung bedarf.
      Achja, für eine Probefahrt würde ich nicht weniger als 15km veranschlagen.

    • Paßt ja dann gut mit dem Beitrag :-)
      Zu der Jahreszeit werden bestimmt viele ein ähnliches Problem haben und werden hoffentlich fündig (so und/oder so ;-) ).
      Bei Deinen anatomischen Voraussetzungen kannst Du doch dann bestimmt das Excel-Sheet gut anwenden, oder ?

    • Boje sagt:

      Da kommen teilweise ganz komische Werte heraus. Ein Problem ist wohl, die richtigen Messpunkte zu finden, z.B. V-förmige Mulde zwischen den Schulterblättern… da kann es schon zu Unterschieden von mehreren Zentimetern kommen und beim Vorbau hatte ich auch so meine Schwierigkeiten.
      Mein Fazit: Gut zur Veranschaulichung, aber als Do-It-Yourself-Lösung für Leute, die ein Bike nach Maß suchen eher ungeeignet.
      Da hilft schon eher die intensive Suche nach einem guten Laden.

    • Jochen sagt:

      Wer mit Hals- oder Lendenwirbel Probleme hat sollte mal ein Liegerad testen.

      Über 90% meiner Kunden sind auf Grund Ihrer Wirbelsäulen Probleme auf ein Liegerad umgestiegen und können nun wieder täglich beschwerdefrei Radfahren.

      Leider gibt es jede Menge Vorurteile gegen das Liegerad – bis hin zu der absoluten Falsch Behauptung das die Halswirbel belastet würden -
      oder man zwingend Federung benötige -

      Man benötigt nur das richtige Liegerad mit einer guten Sitz-Schale
      und der Sitzwinkel sollte auch nicht zu flach sein.

      Also einfach mal testen ( ein Liegerad macht auch nicht Impotent )

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