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Expertentipps

25. April 2006 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Sportliches

Heute hatte ich wieder ein Erlebnis der besonderen Art:
Einer meiner Patienten fragte mich, wie es denn eigentlich meinem Rücken ginge (er wußte, daß mich meine eigener Bandscheibenvorfall schon seit Jahren plagt).
Ich antwortete recht emotionslos, daß sich die Situation eigentlich “konstant schlecht” darstellt, ohne die Aussage offen zu gestalten, d.h. ich zog das Ende des Satzes nicht künstlich in die Länge und richtete auch keine beschwörenden Blicke auf ihn, wie man es tut, wenn eine Antwort auf eine bestimmte Aussage erwartet wird (ich denke jeder kennt die entsprechende Situation und weiß, was ich meine). Ich gab meine Antwort auf die Frage sachlich und kurz und erwartete keine weitere Reaktion (die erwarte ich schon lange nicht mehr, weil es über den Zustand meines Rückens nichts mehr zu diskutieren gibt).
Trotzdem ging der Patient sofort darauf ein und begann mir die unterschiedlichsten Methoden zur Behandlung eines nicht mehr behandelbaren Rückenschmerzes aufzuzählen (der Patient hat übrigens eine Knie OP hinter sich).
Ich müsse in diese Klinik und meine LWS versteifen lassen und “wenn das nicht helfe” in jene Klinik und mir eine künstliche Bandscheibe einsetzen lassen – danach könne ich jeden Sport wieder schmerzfrei betreiben.
Ich wies den Patienten kurz darauf hin, daß ich seit fünf Jahren ‘nicht anderes mache’, als mich mit Bandscheiben- und Rückenproblematiken auseinander zu setzen und dementsprechend gut informiert sei (meine verschiedenen Berufsausbildungen und entsprechende Berufserfahrung führte ich an dieser Stelle gar nicht in Feld). Ich dachte, das nimmt ihm die Luft aus den Segeln.
Weit gefehlt – er brachte die unterschiedlichsten Beispiele von geheilten Personen und versuchte mich weiter zu überzeugen, eine Operation in Angriff zu nehmen.

Ich frage mich, wie oft es jeden Tag zu solchen Unterhaltungen kommt. Einer, der gehört hat, daß ein anderer sich in Klinik X hat operieren lassen, drängt einen Betroffenen dazu, doch endlich Initiative zu ergreifen.
Je nach emotionalem Zustand des Betroffenen und nach Dauer der Leidensgeschichte, je nachdem wie groß das Selbstbewußtsein der Person ist und wie leicht er/sie beeinflußt werden kann – führen solche klugen (und oft wahrscheinlich – aus Sicht der ratgebenden Person – gut gemeinten Tipps) zu Therapie- bzw. OP-Aktionismus.

Wie lange kann man sich wohl gegen die Ratschläge von allen Seiten zur Wehr setzen, wenn nicht ausreichend Informationen vorliegen, Betroffene nicht sachlich und objektiv beraten werden und an jeder Stelle der rettende Strohhalm gesucht wird.

Oder sind zu viele Informationen auf Seiten der Betroffenen gerade das eigentliche Übel ? War nicht früher alles viel besser, als nicht an jeder Ecke tausend verschiedene Informationen zu demselben Thema verfügbar waren ?
Das Bein war gebrochen, man ging ins nächste Krankenhaus und alles war in Ordnung – oder auch nicht – aber schließlich machte man sich keine Gedanken um die möglicherweise beste Behandlung.
Es gab nur den einen Orthopäden, Chirurgen, nur das eine Krankenhaus vor Ort.

Jeder weiß heutzutage von der besten Methode, jedes Krankenhaus hat eine andere Verfahrensweise jeder propagiert seine eigene Behandlungsmethode als die einzig wahre.

Ist Informationsvielfalt an dieser Stelle gut oder schlecht ?
Muß man immer über alles auf dem Laufenden sein, oder schafft das alles zusätzliche Probleme ?
Ich weiß es nicht !

Kommentare:

4 Kommentare zu “Expertentipps”
    • heinz sagt:

      Hallo,
      was Rückenleiden u. ihre Behandlung betrifft, sind selbst viele Fachleute ratlos, mit Spritzen geben, Physiotherapie u. Akupunktur u. sonst noch ein paar seltsamen Behandlungsmethoden ist bei den meisten Orthopäden meist Ende ihres Lateins, sie geben es nur nicht zu……..

      Meine 25 jährige Leidensgeschichte:
      Anfang 30 der 1. Ischiasschmerz, der kam in immer kürzeren Abständen, Behandlung Spritzen, mit 50 Jahren war Ende, chronische Ischialgie, konnte nicht mehr ohne Schmerzen stehen u. gehen, dann wurden die Nerven an den kleinen Wirbelgelenken 3 mal vereist, keinerlei Wirkung, dann wurde operiert, keinerlei Besserung, mußte Beruf u. Firma aufgeben, u. eine neue sitzende Beschäftigung suchen.
      Ein Heilpraktiker konnte mir mit Schüßlersalzen Linderung verschaffen, es traten danach keine akuten Schmerzanfälle mehr auf, länger gehen u. stehen blieb sehr schmerzhaft.
      Dann erfuhr ich von Kiesertraining (Slogan, ein starker Rücken kennt keinen Schmerz), das überzeugte mich voll u. ganz, kann nach 12 Monaten ohne Schmerzen weite Strecken gehen, u. stehen, konnte wieder zurück in meinen Beruf.

      Weshalb hat keiner der 12 Orthopäden die mich im Laufe der Jahre behandelt oder im Auftrag meiner Krankenversicherung begutachtet haben auch nur einen Ton von dieser Methode erzählt,
      ist diesen “Fachleuten” nicht bewußt, daß die natürliche Verringerung der Rücken-Muskulatur ab 30 Jahren zu 80% für Rückenschmerzen die Hauptursache sind?

      Sieht man die schwindene Muskulatur im Kernspint nicht, u. ist den Ärzten nicht bekannt, das z. B. Bodybuilder so gut wie keine Rückenprobleme kennen, obwohl sie dauernd mit schwersten Gewichten hantieren ( keine Angst, bei Kieser werden keine übergroßen Muskeln gezüchtet)

      Mich hat das die in langen Jahren aufgebaute Existenz, u. nebenbei viel Geld gekostet, jahrelange starke Schmerzen, sehr viele wache Nächte u. ein körperlich sehr eingeschränktes Leben bedeutet, bin heute wieder vollkommen hergestellt, die Ärzte hatten mich als unheilbar angesehen.

      Heute weiß ich Laie: Muskelaufbau verbessert in der Folge die Struktur der Knochen, Sehnen Bindegewebe usw., das ist die Grundlage, erst wenn das nicht hilft, ist evtl. eine OP angesagt, wann endlich sehen das unsere Orthopäden auch ein.

      der Link, der mir zu einem normalen Leben ohne Schmerzen verhalf:
      http://www.kieser-training.com/de/index.html?http://www.kieser-training.com/de/home/editorial.html

      Gruß heinz

    • Chris sagt:

      stc versuch nr. 100

    • Daniel sagt:

      Danke für diesen wirklich hilfreichen Blogeintrag allgemein ist der Blog sehr hilfreich habe ihn mal meinem Vater gezeigt.

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