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Ein Blog ist eine Waffe ?!

29. September 2006 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Off Topic

Fernab jeder Bandscheiben nachfolgend einige Gedanken zu Weblogs und Ihren Funktionen bzw. Risiken:

Als ich vor einige Zeit angefangen habe zu bloggen, war ich mir der eigentlichen Funktion eines Blogs kaum bewußt.
Ich habe immer ‘mal wieder in Weblogs gelesen und ganz interessant gefunden, was die Leute da so alles von sich geben.
Dabei wurde ich auch auf Beiträge aufmerksam, die Blogs an sich zum Thema hatten (Anbieter, Plugins, Design etc.)
Hier wurden unter anderem auch die Wirksamkeiten eines Blogs hinsichtlich Marketing, Kommunikation, Meinungsmache usw. hervorgehoben bzw. diskutiert und von Blogosphäre geredet.
Marketing über Blogs ? Kommunikation ? Schnelle Verbreitung ?
Wie soll das funktionieren ? Von meiner Webseite kannte ich bisher nur ein relativ träges Verhalten, wenn ich neue Inhalte veröffentlichte, d.h. von Veröffentlichung bis zur Möglichkeit der Auffindung relevanter Suchbegriffe in Suchmaschinen verging eine sehr lange Zeit.
Aber egal, dachte ich mir, machste einfach mal ein Blog, vielleicht läuft das besser als das Forum.
Ich begann also mein Blog mit Inhalten zu füllen, trug mich in ein paar Verzeichnisse ein (Blog- und Feedverzeichnisse), merkte, daß man verschiedene Anbieter ‚anpingen’ konnte um Aktualisierungen mitzuteilen (damals fragte ich mich noch, warum ich irgendwas anpingen soll, bzw. welche Vorteile das hat; ich hatte keine Ahnung warum, aber ich pingte einfach).
Irgendwann habe ich dann einen Beitrag geschrieben, in dem ich mich über die Trägheit bei DMOZ-Einträgen beschwerte und wunderte mich, daß diesen Beitrag jemand aufgegriffen hatte und sich daraus eine kleine Diskussion entwickelte.
Was ist das jetzt ? Ich war schon ein wenig erschrocken, daß überhaupt jemand in meinem Blog liest und dann auch noch eine Diskussion daraus entsteht. Wie auch immer – hier wurde mir erstmals bewußt, daß das kleine Bandscheibenblog tatsächlich lebt.
Dann schrieb ich einige Artikel in Artikelverzeichnissen und merkte, daß die Keywords aus diesen Artikeln innerhalb weniger Tage über die Suchfunktion bei Google relativ weit vorne zu finden waren (wie machen die das, fragte ich mich).
Ich stellte nachfolgend mein Blog auch noch bei Monika vor und merkte, daß die Google-Suche mit den Keywords ‚starker Rücken’ nach kurzer Zeit diesen Beitrag weit vor meiner Domain in der Suche listete, obwohl diese zwei Wörter Bestandteil meines Domainnamens (-adresse) sind (sehr seltsam ! – warum ?).
In der Zwischenzeit pflegte ich die Verlinkung meines Blogs immer mehr, schrieb weiter fleissig Beiträge und merkte bei der Besucheranalyse plötzlich, daß immer mehr Besucher über seltsame Suchbegriffe auf das Bandscheibenblog gelangten.
Es waren Namen, Orte, Geräte etc., die ich teilweise nur beiläufig in meinen Beiträgen erwähnt hatte. Und diese Begriffe waren schon nach kurzer Zeit in den verschiedenen Suchmaschinen zu finden.
Das mußte ich natürlich genauer untersuchen und schrieb einige Artikel mit entsprechender Benennung im Titel, achtete auf die Keywords im Text, und siehe da – nach kurzer Zeit erschienen die Schlagwörter dieser Beiträge relativ weit vorne in der Suche.

Und an dieser Stelle läßt sich auch wieder der Bezug zum Titel meines Beitrags herstellen:
Wenn ein noch relativ frisches, kleines Blog wie meines nach kurzer Zeit bestimmte Schlagwörter bewußt positionieren kann, wie sieht es dann erst bei den großen, etablierten, “mächtigen” Blogs aus ?
Ich beginne zu begreifen, welches Potential in einem Blog stecken kann, wenn man es entsprechend pflegt, ausreichend lange betreibt und stetig das Interesse anderer weckt, durch das dann wieder die Popularität aber auch die kommunikative Wirksamkeit der eigenen Beiträge erhöht wird.
Bei mir sind es Nischenkeywords, die ich bewußt pushen kann – aber was können die “Großen” bewirken ? Können die auf recht einfache Weise auch die Phalanx der hart umkämpften Suchbegriffe durchbrechen ? Sie können !
Was ist die Konsequenz aus dieser Form der Macht ?
Möchte die Person, die beiläufig in einem Beitrag erwähnt wird eigentlich auf die erste Seite bei Google ? Schadet eine achtlos veröffentlichte Meinung möglicherweise einem Unternehmen ? Wie schnell bewirkt ein gezielt positionierter, negativer Kommentar über ein kleines Hotel in Mittelfranken meßbare wirtschaftliche Einbußen für den Betreiber ? Diese Beispielkette läßt sich endlos erweitern.

Ein Blog hat viele Vorteile, ist nach meiner Meinung aber auch eine entsicherte informationstechnologische Waffe. Dieser Tatsache sollte sich jeder Betreiber bewußt sein, und entsprechend sensibel mit seinen Beiträgen ‚ins Feld ziehen’.
Problemlos (für die “Mächtigen”) lassen sich ideologische Viren ins Netz implantieren, Meinungen beeinflussen, Produkte niedermetzeln usw.
Jeder Blogger mit entsprechender Popularität sollte sich dieser Tatsache bewußt sein.
Die eigene Meinung frei zu äußern und schnell unter’s Volk zu bringen ist die eine Seite (und sicherlich oft auch sehr positiv zu bewerten), die Konsequenzen unbedachter, unsachlicher Beiträge die andere.
Vergessen wir nicht:
Was wir schreiben macht die Runde, es wird von vielen gelesen, und wenn es entsprechende Aufmerksamkeit erregt, auch sehr rasch sehr weit verbreitet.
Bloggen ist nicht nur Fun, sondern bedeutet ein großes Stück Verantwortung.
Was heute geschrieben wird, ist vielleicht in anderen Blogs noch Jahre später archiviert.

Deshalb sollte man (und werde ich) gelegentlich zweimal nachdenken, bevor Beiträge publiziert werden. Mein Blog steckt noch in den Kinderschuhen wird aber noch lange bestehen, und ich möchte nicht irgendwann Beiträge löschen müssen oder ein schlechtes Gewissen bekommen, für Dinge die ich vor fünf Jahren aus Unüberlegtheit von mir gegeben habe.

Kommentare:

15 Kommentare zu “Ein Blog ist eine Waffe ?!”
    • sportx sagt:

      … ich habe den russischen ‘makemoney’ – Ferengi (auch eine sehr nette Wortschöpfung) entsorgt – man möge mir verzeihen.
      Welche Waffen helfen eigentlich in solchen Fällen ?

    • Manuel sagt:

      Hallo Christoph,

      eine sehr schöne Analogie, die “entsicherte Blogkanone”. Ich gebe Dir vollkommen recht, wenn Du über Verantwortung den Inhalten gegenüber sprichst.
      Aber, ist das nicht sowieso eine Herausforderung, der sich publizistisch tätige Menschen immer und immer wieder stellen müssen (und sehen wir mal realistisch – auch der oft belächelte Katzencontent ist… ja, relevanter Content, wenn er denn gelesen wird ;-) ?!
      Hier würde ich die Grenze nicht bei Blogs ziehen, oder auf Relevanz in den SERPs beschränken. Nein, in dem Moment, in dem ich etwas in WWW einstelle, und es dem (theoretischen) Millionen-Publikum zur Verfügung stelle, habe ich eine Verantwortung. Sprich: ich muss mich fragen, ob ich mit diesem Ergebnis, was ich da gerade abgesondert habe, auch leben kann. Jetzt, aber auch in einigen Jahren. Also, erst denken – dann posten.

      …sollten mehr Leute machen, übrigens (auch und gerade in Foren *g*).

      Gruß, Manuel

    • sportx sagt:

      Hi Manuel,

      Du hast recht – alles ist relevanter Content, bei dem man genau nachdenken sollte.
      Im Hinblick auf die Blogs ist es aber für mich immer wieder erstaunlich, wie schnell manche mentale Absonderung die Runde macht. Und oft genug in meinem kurzen Blogger-Leben habe ich schon auf Links geklickt und die Beiträge waren verschwunden.
      Da philosophiert einer auf der einen Seite über Authentizität und weiter hinten werden Beiträge gelöscht.
      Insofern stimme ich mit Dir überein – wobei sich einige Zeitgenossen fragen sollten, ob sie nicht nur in einigen Jahren, sondern schon morgen noch mit den Konsequenzen ihres ‘temporären Großhirninfernos’ leben können ;-)

      Gruß

      Christoph

    • Sorry for your time…. Why i can’t see images on this resource?
      My Browser is: Opera.
      Thank you.

    • sportx sagt:

      didn’t try it out with opera, sorry
      try firefox ;-)

    • Rainer sagt:

      Hallo Christoph,

      ja, die “entsicherte informationstechnologische Waffe” ist schon bedenkenswert – hüte deine Schreibe sozusagen. Ich werde es mir zu Herzen nehmen. Es gibt schon viele Dinge, an die man -wie ich- als Neublogger denken sollte. Hast Du schon mal in der Richtung Ärger bekommen?

      Gruss
      Rainer

    • Hi Rainer,
      schön, daß noch ein Gesundheits-Blog den Weg in die Blogosphäre gefunden hat.
      Da werde ich doch sicher regelmäßig vorbeischauen ;-)
      Nein, gab noch keinen Ärger bisher – wurde aber auch noch nicht scharf geschossen …

    • Wolfgang sagt:

      Bums, da is es passiert :-) , ich suche nach Waffen und lande auf einem Bandscheibenblog!!!
      Nichts desto trotz, wenn Ihr Probleme mit den Bandscheiben habt, empfehle ich aus eigener “Heilerfahrung” den Staby!! Staby ist ein Trainingsgerät zur Stärkung der Rückenmuskulatur. Ich hatte Jahrelang Probleme mit den Bandscheiben und durch das Training mit dem Staby bin ich komplett schmerzfrei!
      Infos gibt es beim Hersteller: http://www.staby.de/

    • Waffenschein sagt:

      ich wollte auch wo anders landen! Dennoch eine gute Thematik und dazu gut geschrieben.

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  1. [...] Der Bandscheiben-Blogger Christoph Weigand hat einen lesenwerten Artikel über Macht und Ohnmacht von Weblogs geschrieben. Dabei hat er eine sehr schöne Wortschöpfung kreiert: Ein Blog hat viele Vorteile, ist nach meiner Meinung aber auch eine entsicherte informationstechnologische Waffe. [...]

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  4. [...] Kaum drei Tage ist es her, daß ich ein Weblog mit einer Waffe verglichen habe – und schon ist wieder ein Gefecht an der SEO-Front im Gange, das eindrucksvoll die inhaltliche Aussage meines Beitrag verifiziert. [...]

  5. [...] Wie schon an anderer Stelle erwähnt, mache ich mir in letzter Zeit einige Gedanken über die Möglichkeiten und Risiken von kommunikativen IT-Instrumenten wie Webseiten und Blogs und bin bei meiner täglichen Online Lektüre wieder einmal über zwei Beiträge zu diesem Thema gestolpert, die das Phänomen vorrangig aus Sicht von SEOs beleuchten und somit selbstverständlich einen direkten Bezug zu Besucherzahlen, finanziellen Interessen, Positionierung in den Serps herstellen. [...]

  6. [...] beschrieb im September die Erfahrungen mit seinem Weblog. Lohnt sich vaD für Blog-Newbies. Trackback-URL Gelesen: 1 heute:1 [...]



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