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Die vergessenen Dateien

24. März 2009 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Blogging, Internet, Medizin

Wenn ich etwas in den vergangenen drei Jahren gelernt habe, dann ist es, die verschüttetsten Dokumente und Dateien zum “meinem Thema” über die Google Suche aufzustöbern.

Damit meine ich nicht, über eine normale Suchabfrage die Ergebnislisten bis Position 500 durchzugehen (was übrigens auch recht interessante Fundstücke liefert), sondern über verschiedene Google-Dienste zu suchen und mit Operatoren und Funktionen herumzuspielen.
Ist man auf ein bestimmtes Thema fixiert, wird die Luft irgendwann immer dünner und es kommt der Zeitpunkt, an dem auch der längste Longtail keine neuen Erkenntnisse über das “normale” Suchverhalten mehr liefert. Ab diesem Zeitpunkt kann man anfangen zu philosophieren, News zu aggregieren, oder versuchen, die Trefferliste immer mehr um das (SEO-)Rauschen zu bereinigen.

Richtig spannend wird es in letzterem Kontext, wenn Google bzw. der Suchende aus den Tiefen des Web plötzlich eine Datei auf die Trefferliste befördert, die außer dem Autor wahrscheinlich kaum jemand zu Gesicht bekommen hat bzw. für einen internen Vortrag, Präsentation o.ä. bestimmt war. Aber was einmal auf einem einem allgemein zugänglichen Server abgespeichert wurde, kann irgendwann auch von Google in den Index aufgenommen werden (zwar meist unter ferner liefen, aber irgendwo schlummert die Datei, wenn man Google nicht den Zutritt verwehrt). Und wie wir es von unserer eigenen Festplatte kennen, gerät das vormals so wichtige Dokument irgendwann in Vergessenheit und leistet seinen Beitrag zur Fragmentierung eines Speichermediums. Niemand kümmert sich darum, der Autor hat vergessen, es zu löschen (wußte wahrscheinlich auch gar nicht mehr, daß er sie auf dem Server abgelegt hatte) oder wechselt irgendwann die Stelle und keinen stören die paar KB (oder bestenfalls MB) belegter Speicherplatz.

Viele Word-Dokumente, Excel-Tabellen, PP-Präsentationen, PDFs etc. – alles dümpelt irgendwo friedlich vor sich hin, und all die Dateien warten nur darauf, gefunden zu werden. Man könnte sie sogar verlinken, aber diese Kategorie Deeplinks würden ggf. Verlinkenden und Verlinkten arg in die Bredouille bringen, da nicht selten mit Datenschutzbestimmungen und Copyright sehr großzügig verfahren wird. Und so grast der Suchende weiter den “langen Schwanz” des Internets ab, vergißt die meisten Fundstücke ganz schnell wieder und schüttelt immer öfter den Kopf ob der Leichtsinnigkeit bzw. Unwissenheit vieler Zeitgenossen.

Ich kann Euch nur raten, sensible Daten (besonders im medizinischen Bereich) ausschließlich lokal abzulegen oder das entsprechende Verzeichnis auf Eurem Server/bei Eurem Webhoster sehr gut abzusichern ;-)

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