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Deutsche und Arztbesuche

10. November 2006 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Off Topic

Ich wollte es gar nicht aufgreifen, weil mir von öffentlicher Stelle erstellte Statistiken zum Hals ‘raushängen. Stimmen Sie, stimmen sie nicht, waren ein paar Statistiker besoffen, hat der Programmierer Arthritis in den Fingern und trifft die falschen Tasten ?

Wurden wir bei Pisa veräppelt ? Haben bei den Arztbesuchen alle richtig abgerechnet ? Sind da auch die richtigen Daten weitergegeben worden ?
Wer außer Fox Mulder kann’s schon nachvollziehen ?
Es geht um folgende Meldung.

Gabi hat sich diesbezüglich kein wenig aufgeregt, auch andere werden es tun. Deswegen möchte ich doch (m)einen kleinen Kommentar zu Thema loswerden.doc
Gabi, Deine Argumentation mit den jungen Frauen mag teilweise stimmig sein, allerdings stehen doch im ungünstigsten Fall wegen einer Pillenverordnung max. 4 Arztbesuche im Jahr an. Reduziert man die Anzahl von durchschnittlich 15 Besuchen bei jungen Frauen um die 4 ‘Verordnungsbesuche’, sind das immer noch mehr Konsultationen als bei jungen Männern.
Das mit dem langen Wartezeiten ist zugegebenermaßen ein wirklich störender Faktor und im Hinblick auf den gelben Schein ein Verwaltungsakt, ermöglicht aber den Berufstätigen eine gesetzliche Lohnfortzahlung von sechs Wochen im Krankheitsfall, wonach sich die arbeitende Bevölkerung in vielen Ländern die Finger lecken würden.
Leider wird von vielen Seiten immer wieder auf das Gesundheitswesen eingeprügelt. Die Zeiten sind nicht mehr wie früher (und werden es auch nicht mehr werden), das ist Fakt. Darüber zu diskutieren, warum es dazu gekommen ist, möchte ich mir ersparen, da müßte ich ein zweites Blog aufmachen.
Vielmehr will ich klar unterstreichen, daß wir in Deutschland nach wie vor eine der besten medizinischen Versorgungen weltweit haben. Sicher, die Krankenkassenbeiträge steigen und steigen, aber wenn wirklich ‘Not am Mann’ ist, erhalten wir für vergleichsweise kleines Geld eine fantastische medizinische Versorgung.

Wir können uns unter zig Fachärzten in jeder Stadt den ‘Passenden’ aussuchen, der Weg zum nächten MRT beträgt nur einige Minuten, große Kliniken mit besten Operationsmöglichkeiten in jeder Stadt. Sehr gute hygienische Verhältnisse, Versorgung mit allen notwendigen Medikamenten (da gibt es in letzter Zeit Diskussionen um schlechte Versorgung bei chronisch Kranken, ich weiß – aber das möchte ich jetzt einmal außen vor lassen).
Bei Unfällen mit dem Hubschrauber eingesammelt, bei Schlaganfällen in wenigen Minuten in der Stroke-Unit. Das sind Verhältnisse, von denen teilweise in Südeuropa schon geträumt wird – und das sind nur einige Beispiele.
Die Lage im Gesundheitswesen ist angespannt und in der Vergangenheit haben sicherlich nicht wenige abgesahnt und Statistiken getunt. Aber: in Zukunft werden dort mit Sicherheit härtere Controlling-Mechanismen greifen und noch mehr schwarze Schafe entlarvt werden.
Nur von einem Gedanken, der sich in den Köpfen festgesetzt hat, müssen wir uns verabschieden: Gesundheit kostet nichts.
Das war Jahrzente der Fall, ist aber definitiv Vergangenheit.

Ich bin froh (im Hinblick auf die Gesundheit und auch auf andere Faktoren), daß ich in Deutschland lebe. Dem Großteil der Weltbevölkerung geht es in vielerlei Hinsicht schlechter als uns, das sollten wir nicht vergessen – auch wenn wir ‘mal wieder drei Stunden in der Arztpraxis sitzen.

Kommentare:

3 Kommentare zu “Deutsche und Arztbesuche”
    • Gabi sagt:

      Klar, Du hast recht – Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Ich rege mich ja gar nicht über unsere ärztliche Versorgung ansich auf, sondern über die Statistiker! Was soll ich mit so einer Statistik? Ein schlechtes Gewissen gekommen, weil ich als Frau statistisch 15 mal mehr zum Arzt gehe und trotzdem nicht mehr Kassenbeiträge als ein Mann zahle? Soll ich, mittlerweile die 40 überschritten, ein schlechtes Gewissen habe, dass ich nun der Solidargemeinschaft noch einmal mehr zur Last falle?
      Wie ich schon schrieb, Versicherungen greifen solche Statistiken dankbar auf, wo schwarz auf weiß, hieb- und stichfest steht, dass bestimmte Teile der Bevölkerung “teurer” sind. Die kann man dann verstärkt zur Kasse bitten.
      Und was die Kosten des Gesundheitswesens betrifft: Die Beitragszahler jammern über die steigenden Beiträge, die Ärzte über zu geringe Abrechnungssätze – wo bleibt dann das Geld?

    • Christoph Weigand sagt:

      Hallo Gabi, 

      Ein schlechtes Gewissen gekommen, weil ich als Frau statistisch 15 mal mehr zum Arzt gehe und trotzdem nicht mehr Kassenbeiträge als ein Mann zahle?

      Am Geschlecht würde ich das gar nicht festmachen. Insbesondere könnte an diesem Punkt noch weiter spekuliert werden:
      Nach wie vor gibt es ja (leider) immer noch rollenspezifische Ursachen, die möglicherweise den Frauen ‘erlauben’, häufiger bei Beschwerden zum Arzt zu gehen. Oftmals bleiben ja gerade Frauen unter 40 (nachwuchsbedingt) eine Weile zu Hause und haben somit eher die Möglichkeit, auch mal zwischendurch einen Arzt aufzusuchen. Interessant wäre es darüber zu spekulieren, wie sich die Statistik verändern würde, wenn Männer vermehrt Erziehungsaufgaben übernehmen, zu Hause blieben, und somit die Möglichkeit hätten, auch zwischendurch Arzttermine wahrzunehmen.
      Da sähe die Statistik schon ganz anders aus.
      Ich bin außerdem der Meinung, daß es bei Männern irgendeine (u. U. testosteronbedingte

      Soll ich, mittlerweile die 40 überschritten, ein schlechtes Gewissen habe, dass ich nun der Solidargemeinschaft noch einmal mehr zur Last falle?

      Bestimmt nicht, denn wie auf in Deiner ‘Über mich’-Seite sehe, hast Du doch schon dazu beigetragen, die Solidargemeinschaft um einen kleinen Bürger anwachsen zu lassen. Dies ist schließlich ein wichtiger Faktor, damit die Solidargemeinschaft funktioniert. Da können diejenigen mit hohen Beitragszahlungen (aufgrund hohen Gehalts) aber ohne Nachwuchs, sich aufregen, so viel sie wollen – kleine, zukünftige Beitragszahler sind nun mal das Wichtigste. Und mittlerweile ist es ja sogar so, daß viele Frauen nicht nur die kleinen Beitragszahler aufpäppeln, sondern vor und nach der ‘Päppelphase’ aktive Beitragszahler innerhalb der Solidargemeinschaft sind. Sie haben also ‘doppelt Beiträge gezahlt’.

      Und was die Kosten des Gesundheitswesens betrifft: Die Beitragszahler jammern über die steigenden Beiträge, die Ärzte über zu geringe Abrechnungssätze – wo bleibt dann das Geld?

      Tja, das ist in der Tat die Frage ! Aufklärung bringen hier aber leider keine Spekulationen, sondern es müssen Statistiken bemüht werden.
      Ich hab’ mal gesucht, und ein paar interessante Seiten gefunden:

      da könnte ich jetzt endlos kommentieren, aber wenn man sich duchklickt, kann sich jeder selbst ein Bild machen.
      Schlußendlich ist es immer wieder dasselbe -> wir müssen für kleine Beitragszahler sorgen, damit das Ganze finanziert werden kann.
      Da erschließt sich aber wieder das nächste Problem: wie kommen die kleinen Beitragszahler zukünftig an die Jobs, damit sie überhaupt Beiträge einzahlen können usw.
      Ein echtes Dilemma ! Und wenn man an jedem Diskussionspunkt weiter ableitet, stößt man wieder auf neue, zu lösende Probleme.
      Insgesamt eine wohl kaum zu bewältigende Aufgabe.

      Und gerade entdecke ich noch ein schönes Zitat auf meiner Google Sitemaps Seite:

      Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können.
      – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist

    • Jens sagt:

      15% der Kassenbeiträge kommen z.Z. beim medizinischen Personal u. Arzt an !

      Hallo,

      ich gehe kaum zum Arzt+Zahnarzt und überlege mir gerade
      ganz aus der Krankenkasse auszusteigen!
      (wenn ich mal einen Arzt benötigen sollte,
      so bekommt er dies privat bezahlt / ohne die Vorstandsvorsitzenden,.. und Marmorpaläste unser 280 gesetzl. Krankenkassen mit zu finanzieren)

      PS: auch gerade beim Zahnarzt muß ich sowieso fast alles selber bezahlen

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