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Das Dilemma in den Kommentaren

8. Oktober 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Blogging

Nicht ohne (mehrfachen) Grund greife ich einen Sachverhalt auf, mit dem einige von Euch mit Sicherheit auch von Zeit zu Zeit konfrontiert werden.

Ein Artikel wird online gestellt und irgendwann geht ein Kommentar zu diesem Artikel ein. So weit nichts Ungewöhnliches. In diesem Kommentar wird allerdings eine Wertung in Verbindung mit einem (Produkt-)Namen vorgenommen, die über eine sachliche Kritik an einem Produkt oder einer Person hinaus geht.

Also nicht:
“Ich bin der Meinung, XY liegt mit seiner Aussage daneben, weil …”
oder:
“Mit Produkt XY war ich nicht zufrieden, weil …”,
sondern z. B.:
“Produkt XY ist Schrott !” und fertig.

Viele sind sich vielleicht nicht bewußt, daß sie den Betreiber des Blogs dadurch in ein Dilemma bringen. Einerseits möchte niemand die Meinung anderer zensieren, andererseits ist es nicht unwahrscheinlich, daß sich eine Person/ein Hersteller durch eine pauschale Wertung ziemlich auf “den Schlips getreten” fühlt und ohne zu zögern das Impressum aufruft, um die Kontaktdaten des Blogbetreibers seinem Anwalt mitzuteilen, denn der Inhaber eines Blogs ist auch für die Kommentare verantwortlich, die in Bezug auf die einzelnen Beiträge auflaufen.

Dabei kann niemand behaupten, daß diese Vorgehen nicht nachvollziehbar wäre. Stellt Euch vor, ihr betreibt eine Restaurant und in einem Blogbeitrag wird geschrieben: “Pizzeria XY macht die schlechteste Pizza der Stadt“. Fertig. In Verbindung mit dem Namen der Pizzeria und dem Namen des Ortes wird dieser Kommentar binnen weniger Tage ganz vorne in den Suchmaschinen gelistet, sofern es sich nicht um ein berühmtes Restaurant handelt, das ohnehin jeden Tag in den Schlagzeilen ist. Wie würdet Ihr reagieren, wenn diese (mitunter völlig ungerechtfertigte) knappe Bewertung Eurer beruflichen Existenz in einem Forum/Blog etc. plötzlich die erste Seite von Google ziert ?

Sucht einfach mal in Verbindung mit Namen oder Produkten, über die Ihr in letzter Zeit geschrieben habt, über die Google-Suche. Ihr werdet Euch wundern, wie weit vorne in den Suchergebnissen Eure Artikel oder auch Eure Kommentare zu Artikeln in anderen Blogs erscheinen. Da muß sich keiner die Mühe machen, lange zu suchen, wenn er/sie die entsprechenden Informationen auftreiben möchte.

Ich habe keinerlei Interesse, wegen eines emotional gehaltenen Kommentars monatelangen Schriftverkehr mit Rechtsabteilungen führen zu müssen und nehme mir daher die Freiheit heraus, entsprechende Kommentare zu editieren.

Für jede sachlich begründete Kritik, die in argumentativ nachvollziehbarer Form gepostet wird bin ich weiterhin gerne zu haben, aber überlegt bitte vor dem Kommentieren, ob Ihr die jeweilige Aussage in den Kommentaren in gleicher Form auf Eurer Seite publizieren würdet.

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