Medizinische Trainingstherapie – Zugapparat

22. Mai 2007 von Christoph Weigand  
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Folge vier aus der Serie Geräte in der Trainingstherapie

In der letzen Folge habe ich Euch den Butterfly bzw. Press Back vorgestellt, heute gibt’s ausführlichere Informationen über eines der vielfältigsten Geräte in der Trainingstherapie. Der Name ? Schlicht und einfach: Zugapparat.
Hört sich ziemlich lasch an, oder ? Macht auch optisch keinen besonders spektakulären Eindruck. Ein paar Seile, zwei Griffe o.ä.
Unten und oben Rollen, über die die Seile laufen. Wahrscheinlich würde jeder einfach an diesem Teil vorbeigehen, wenn er/sie die
freie Auswahl und mehreren Geräten hätte.
Warum also “eines der vielfältigsten Geräte” ? Der große Vorteil des Zugapparates ist die Anzahl der realisierbaren Freiheitgrade bei den durchzuführenden Übungen.
Bei den bisher vorgestellten Geräten gibt es in der Regel eine genau vorgegebene Bewegungsführung, auch der Bewegungsumfang ist
strikt vorgegeben. Es sind – bis auf wenige Ausnahmen – keinerlei Variationen hinsichtlich der Übungsausführung möglich.
Also: ein Gerät, eine Übung, that’s it !
Ganz anders der Zugapparat. Ein Gerät, hundert Übungen. Hört sich cool an, oder ? Ich erklär’ Euch, warum das so ist:

Abbildung: Medizinische Trainingstherapie – Zugapparat:

Seht Euch zuerst die Konstruktion genauer an:
[A] ist der Schlitten, der über die Schiene [B] läuft. Über Schraube [C] wird die Fixierung des Schlittens gelöst und kann an der Schiene in jede beliebige Höhe zwischen ca. 0 (10) und 220 cm eingestellt werden. Allein durch diese Änderung der Höhe des “Aufhängungspunktes” ergeben sich zig Variationsmöglichkeiten. Sicher ist Euch auch aufgefallen, daß keine feste Ausgangsposition (Stuhl, Sitz o.ä.) vorgegeben ist.
Als Übungs- oder Ausgangsposition können Sitz, Rückenlage, Bauchlage, Stand dienen. Innerhalb dieser Ausgangspositionen sind wiederum Variationen möglich. Man kann sich seitlich zum Gerät setzen, frontal, rücklings usw. Gleiches gilt für den Stand als Ausgangsposition.

Liegende Position ? Seitlich zum Gerät, mit dem Kopf zum Gerät, mit den Füßen zum Gerät usw.
Stehend können zusätzlich unterschiedliche Unterstützungsflächen gewählt werden.
Stehend auf einem Weichboden (Weichbodenmatte), einem Kreisel, einer Airex-Matte oder auch auf dem Motopad. Verdeutlicht das ungefähr, was alles machbar ist ?
Wie ein Zahlenschloß mit xxx… Kombinationsmöglichkeiten.
Aus diesen Ausgangspositionen können Beine, Oberkörper, Arme und komplexe Koordinationsübungen für alle Körperteilen zusammen trainiert werden.
Koordination, Maximalkraft, Kraftausdauer, Schnellkraft und “Unterformen” dieser Kraftfähigkeiten – alles denkbar.

Zudem benötigt man nicht ausschließlich die abgebildeten Griffe zur Übungsausführung. Über Befestigung von Karabinern und Kombinationen von Schlaufen, Stangen, Kugeln etc. sind der Übungsvielfalt keine Grenzen gesetzt.
Also, wenn Euch in Zukunft ein derartiger Zugapparat unterkommt, wißt ihr ihn hoffentlich richtig einzuordnen.
Und wenn Ihr das erste Mal in der Trainingstherapie oder Krankengymnastik mit bzw. an dem Gerät trainiert habt,werdet Ihr merken, wie schnell auch ein top-trainierte Sportler (von Otto Normal-Verbrauchern will ich gar nicht reden) mit ein paar kleinen Übungen an die Grenzen seiner individuellen Leistungsfähigkeit gebracht werden kann *bg*.
Ach, ja – man kann selbstverständlich auch zwei Zugapparate gegenüberstehend positionieren. Dann geht’s erst richtig ab ;-)

Detailaufnahme Zugapparat:

Zugapparat mit Schlitten, Schiene, Rolle und Griffen