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Bandscheibenvorfall und Dermatome

9. Juni 2007 von Christoph Weigand  
Abgelegt unter: Bandscheiben, Medizin, Rückenschmerzen

Viele Bandscheibenpatienten fragen sich bestimmt, warum sich ein Bandscheibenvorfall auch in den unterschiedlichsten Symptomen im Bein oder Fuß äußert (äußern kann).

Wer hier mitliest, hat oftmals schon ausreichend “Bandscheibenerfahrung”, um diese Frage zu beantworten, aber schließt nicht von Euch auf andere.
Es gibt genügend Personen, die der Meinung sind, es gäbe nur den einen Lendenwirbel bzw. den einen Halswirbel. Kann nicht sein ? Doch, denn die tägliche Erfahrung aus der Praxis bringt’s an Tageslicht.
Auch “Isch hab’ de Ischias” wird nur selten mit Erkrankungen und Schädigungen im Bereich der Lendenwirbelsäule in Verbindung gebracht, denn schließlich tut’s ja im Bobbes (hessisch für Gesäß) weh.

Also, warum tut bei einem Bandscheibenvorfall (oder auch entsprechend positionierter Vorwölbung der Bandscheibe) der Hintern weh, zieht’s im Oberschenkel oder kribbelt’s im Fuß ? Ich beschreibe es wieder ganz einfach und (hoffentlich) leicht verständlich, ohne akademischen Schüttelfrost *g*.

Aus dem Rückenmark treten jeweils zwischen zwei Wirbeln durch die Zwischenwirbellöcher eine linke und eine rechte Nervenwurzel aus. Bezogen auf die Lendenwirbelsäule bedeutet dies, daß auf der rechten Seite Nervenwurzeln austreten, deren Fortsetzung bestimmte Teile des rechten Beines versorgen und auf der linken Seite Nervenwurzeln austreten, die bestimmte Teile des linken Beines versorgen.

Nicht jede Nervenwurzel (jeder Nerv) versorgt aber das komplette Bein. Manche sind für den Oberschenkel verantwortlich, andere für den Unterschenkel. Einmal ist es die Beinvorderseite, ein anderes Mal die Beinrückseite, der Fuß usw.
Also haben auch nicht alle Patienten, die einen Bandscheibenvorfall einer bestimmten Bandscheibe im Bereich der Lendenwirbelsäule haben, die gleichen Symptome. Wo’s kribbelt und pelzig ist, hängt von der Lokalisation des Bandscheibenvorfalls ab. Und an diesem Punkt kommen die Dermatome in’s Spiel.

Jedem Nerv kann auch ein bestimmtes Hautareal (Dermatom) zugeordnet werden. Je nach dem, welcher Nerv gereizt wird, äußert sich das in Mißempfindungen ö.ä. in unterschiedlichen Dermatomen. Klingt unangenehm – das Gute dabei ist aber, daß man im Idealfall allein durch die Örtlichkeit der Beschwerden am Bein schon über die Dermatome eine Aussage treffen kann, welcher Nerv beeinträchtigt ist. Deswegen untersucht der Arzt auch manchmal Unterschenkel und Fußsohle, obwohl der eigentliche Schaden ja in der Lendenwirbelsäule ist.

Einen Überblick über die Dermatome erhält man z. B. in einer Grafik bei Wikipedia (Grafik freigegeben für jeden Zweck/Verwendung).
“Lumbal” betrifft die Lendenwirbelsäule, und “L1-L5″ sind die Lendenwirbel 1-5. Wenn also die Nervenwurzel L5/S1 betroffen ist, könnt Ihr euch einfach die entsprechende Farbe ‘raussuchen und seht dann, welche Hautbereiche in “Mitleidenschaft” gezogen werden. Häufig ist jedoch keine ganz klar abgegrenzte Zuordnung von Nervenwurzel entsprechenden Dermatomen möglich, da oftmals Überlappungen vorliegen. Für eine grobe Orientierung erfüllt die Grafik jedoch ihren Zweck.
Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Hals- und Brustwirbelsäule.

Dermatome

Kommentare:

Ein Kommentar zu “Bandscheibenvorfall und Dermatome”
    • Anonymous sagt:

      Hat mir super geholfen das Dermatom zu verstehen, DANKE habe nächste Woche Neurologie- Prüfung!!!!

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